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Dr.
André Brie am 12. Dezember 2001zum EU-Gipfel von Laeken:
Chancen
zur Demokratisierung der EU nutzen!
Ein
deutliches Signal zur Demokratisierung und Reformierung der Europäischen
Union erwartet der PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie von dem am
Freitag beginnenden EU-Gipfel in Laeken. Auf dem Treffen soll der
Beschluss zu einem Konvent fallen, der über die Zukunft der EU berät und
Vorschläge für eine europäische Verfassung ausarbeitet. „Die
Zusammensetzung des Konvents muss die politische Pluralität in Europa
widerspiegeln, seine Arbeitsweise demokratisch und transparent sein“, so
André Brie. Daher sollten an der Arbeit des Konvents nicht nur Vertreter
von EU-Mitgliedsstaaten und nationalen Parlamenten, Europäischer
Kommission und Europaparlament beteiligt sein, sondern auch Bürger und
Nichtregierungsorganisationen durch einen aktiven Dialog einbezogen
werden.
Als
zentrale Anliegen des Konvents sieht Brie, die Europäische Union
demokratischer, effizienter, durchsichtiger und bürgernäher zu
gestalten. „Insbesondere der Stärkung der parlamentarischen Mitsprache,
was auch die deutliche Ausweitung der Kompetenzen des Europäischen
Parlaments einschließt, kommt bei der weiteren europäischen Integration
eine entscheidende Rolle zu. Gegenstand sollte zudem die Aufnahme der
Grundrechtecharta in die Europäischen Verträge sein, um den Bürgerinnen
und Bürgern einklagbare Rechte und eine aktive Beteiligung an der europäischen
Integration zu ermöglichen.“ Unumgänglich sei in diesem Zusammenhang,
die Beitrittsstaaten vollständig in alle Schritte zur Vorbereitung der nächsten
Regierungskonferenz mit beratender Stimme einzubeziehen.
Zugleich
warnte Brie erneut vor einer weiteren Militarisierung der EU-Außenpolitik.
„Die Entscheidung über die Einsatzfähigkeit der 60.000 Mann starken
europäischen Eingreiftruppe, die in Laeken auf dem Programm steht, ist
ein Schritt in die falsche Richtung. Mit dieser Weichenstellung engt die
EU ihren Spielraum für Konfliktprävention und die politische Beilegung
von Krisen deutlich ein und führt ihr erklärtes Anliegen, eine eigenständige,
vom Militärkurs der USA unabhängige Außen- und Sicherheitspolitik zu
betreiben ad absurdum.“
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