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Abgeordneter
sieht Missachtung europäischer Interessen / Kritik an PDS-Haltung gegenüber
UNO
EU-Außenpolitik
verantwortungslos
Die Außen- und
Sicherheitspolitik der EU ist nach Einschätzung des
PDS-Europaabgeordneten Dr. André Brie nicht an europäischen Interessen
orientiert. Der Parlamentarier kritisierte am Donnerstag auf der 3.
Europakonferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin die faktische
Unterordnung unter die Politik der USA als „verantwortungslos“. „Die
gemeinsame Sicherherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen
Union ist ebenso wie die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik ein großer
Anspruch, aber eine wesentlich kleinere Realität“, so Brie. „Während
die USA die nach 1945 entstandene internationale Ordnung und deren völkerrechtliche
Grundlagen sowie das bestehende Rüstungskontroll- und Abrüstungssystem
zertrümmern, die UNO marginalisieren, selbst die NATO an den Rand drängen
und allenfalls noch das eigene Gesetz als Grundlage und Grenze des eigenen
internationalen Handelns akzeptieren, sind die EU und ihre Mitgliedsländer
offensichtlich nicht fähig, eine wirkungsvolle Alternative zu
entwickeln.“
Der
Europapolitiker verwies darauf, dass dem Washingtoner Unilateralismus
nicht zuletzt durch die Politik der Bundesregierung der Weg geebnet worden
sei. So habe Berlin den USA erlaubt und entscheidend dazu beigetragen, mit
dem Krieg gegen Jugoslawien das Völkerrecht und die UNO aus dem
US-amerikanischen Weg zu räumen: „Eben das war das wahrscheinlich
wichtigste Kriegsziel der USA auf dem Balkan.“ Mit Blick auf die PDS
erklärte Brie, ein Beharren auf einem abstrakten Pazifismus und einer
negativen Bewertung der Rolle von UNO und Völkerrecht sei „tragisch“.
Mit solchen Positionen finde man sich „in gegensätzlich-eigenartiger
Weise mit der US-Administration im Lager der UNO-Gegner wieder“.
Nach
Bries Auffassung gibt es für die EU keinerlei Grund, sich dem Kurs der
USA „hilflos und demütig“ unterzuordnen. So sei die militärische Stärke
der USA nicht in gleichem Maße ökonomisch, finanziell und politisch
fundiert. Dies gebe eine Möglichkeit zur stärkeren Einbindung der USA
– wenn die EU-Staaten und andere internationale Akteure einen
UNO-orientierten Multilateralismus sowie politische, sozialökonomische,
entwicklungspolitische und ökologische Antworten auf die globalen
sicherheitspolitischen Herausforderungen präferieren würden. Dies setze
jedoch eine tatsächliche gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU
ebenso voraus wie die Bereitschaft, wahrhaft strategische Beziehungen mit
Russland, China und anderen Staaten zu entwickeln.
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