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Europaabgeordneter
sieht europäische Wirtschaftspolitik in monetaristischem Korsett
EU
muss sich auf Bekämpfung der Arbeitslosigkeit konzentrieren
Der
Europaabgeordnete Dr. André Brie hat eine stärkere Orientierung der
EU-Politik auf die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit gefordert.
„Die dogmatische Anwendung der Stabilitätskriterien bringt nichts, wenn
damit keine aktive Arbeitsmarktpolitik verbunden ist“, erklärte Brie am
Mittwoch in Berlin. Der PDS-Politiker reagierte damit auf die Ankündigung
der EU-Kommission vom selben Tag, die Regelungen bei Überschreitung der
Konvergenzkriterien gegen Deutschland anzuwenden.
Brie
kritisierte, dass das vertragliche Korsett für die Wirtschaftspolitik der
EU im wesentlichen rein monetaristisch geprägt sei. „Dies zeigen nicht
zuletzt die Forderungen aus Brüssel, die eine Zerschlagung oder
Privatisierung der Sozial- und Rentensysteme zum Ziel haben.“ Die
Defizitregeln des EG-Vertrags, des Protokolls über das Verfahren bei
einem übermäßigen Defizit und der Stabilitäts- und Wachstumspakt
sollten nach Ansicht des Abgeordneten so verändert werden, dass eine
investitionsorientierte Verschuldung ermöglicht wird und strukturelle
Defizite vermieden werden. „Es geht um das Gebot einer langfristig
stabilen, aber konjunkturell variablen Schuldenstandsquote“.
Zugleich
warf der Parlamentarier der Bundesregierung Versagen bei der
Arbeitsmarktpolitik vor. „Dass Deutschland zu den Ländern mit der höchsten
Arbeitslosigkeit in der EU gehört, ist ein Armutszeugnis für Rot-Grün“,
so Brie. „Wenn selbst Brüssel das Fehlen eines umfassendes Konzepts
gerade für die östlichen Bundesländer attestiert, spricht das kaum für
einen effizienten und nachhaltigen Kurs zur Förderung der Beschäftigung.“
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