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Dr.
André Brie in Dschenin:
Flüchtlingslager
liegt in Trümmern - Zerstörungen
sind Kriegsverbrechen
Der
PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie hat am Dienstag das palästinensische
Flüchtlingslager Dschenin besucht. Brie gehört als deutscher Teilnehmer
einer Delegation des Europäischen Parlaments an, die sich bis Mittwoch über
die Situation in Israel und den palästinensischen Autonomiegebiete
informiert.
„Dschenin
liegt in weiten Teilen in Trümmern“, berichtete der Abgeordnete am
Dienstag abend telefonisch aus den Autonomiegebieten. „Es ist von der
israelischen Armee flächendeckend in Schutt und Asche gelegt worden.“
Mit einem Vorgehen gegen Terroristen hat die undifferenzierte Zerstörung
hunderter Wohnhäuser nach Bries Überzeugung nichts zu tun. „Sie ist
nur als Feldzug zur Zerstörung aller Möglichkeiten eines palästinensischen
Staates zu erklären. Dabei handelt es sich um ein klares
Kriegsverbrechen“, so der Parlamentarier.
„Von
internationaler Hilfe ist bisher kaum etwas zu spüren“, berichtete Brie
weiter. Der Zugang zum Camp sei nach wie vor extrem schwierig. „Es muss
sofort umfassende internationale Hilfe organisiert werden, eine unabhängige
internationale Untersuchung zu den Vorgängen in Dschenin muss unverzüglich
beginnen“, betonte Dr. André Brie.
Nach
Bries Überzeugung zeigt sich, daß die Versuche Scharons, eine militärische
Lösung und die weitere Okkupation oder Bantustanisierung Palästinas
durchzusetzen sowie der Krieg gegen das palästinensische Volk auch die
Demokratie und Kultur Israels selbst gefährden. Dies sei besonders
tragisch, weil Israel der einzige demokratische Staat im Nahen Osten sei.
„Das Mittel des Krieges im Kampf gegen den Terror, das läßt sich in
Dschenin sehen, bedeutet selbst Terror und wird wohl weiteren
hervorbringen“, erklärte der Abgeordnete. „Da die USA nicht nur die
internationale Atmosphäre für die israelische Kriegspolitik geschaffen
haben, sondern offensichtlich nicht bereit sind, von Israel wirksam ein
Ende der Okkupation Palästinas zu fordern, wäre eine gemeinsame, aktive
und konsequente Politik der EU um so dringender. Daß sie dazu nicht fähig
und nicht gewillt ist, offenbart ein bedrohliches Ausmaß europäischen
Versagens.“
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