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André Brie: EU setzt Diskriminierung von
Beitrittsstaaten fort
Der PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie
hat die Verweigerung von Agrar-Direktzahlungen an die EU-Beitrittsländer
scharf kritisiert. „Offensichtlich geht es im Erweiterungsprozess vor
allem darum, die Pfründe der westlichen EU-Staaten zu sichern“, erklärte
Brie am Dienstag in Straßburg. „Bezeichnend ist, dass sich gerade jene
EU-Länder gegen Direktzahlung an Landwirte in der Beitrittsstaaten
aussprechen, die selbst von den Regelungen profitieren.“ Durch die
Kleinkrämerei werde zudem der Zeitplan für die Erweiterung der
Gemeinschaft gefährdet. Am Tag zuvor hatten sich die Außenminister der
EU nicht auf eine gemeinsame Position bei der Unterstützung der Landwirte
in den osteuropäischen Kandidatenländern einigen können.
„Die Erweiterungsstrategie der EU kann
nur als eine permanente Diskriminierung der Beitrittsländer im Osten
verstanden werden“, betonte Brie. Während bei früheren
Erweiterungsrunden großzügige Übergangsregelungen vereinbart wurden,
gelte dies für die Osterweiterung offenbar nicht. „Angesichts der
Bedeutung und der Struktur des Agrarsektors in den Kandidatenstaaten wird
die Ungleichbehandlung dieser Länder zu dramatischen sozialen
Verwerfungen führen“, so der Abgeordnete. „Wenn die Osterweiterung
ein sozialer und demokratischer Erfolg und nicht eine neokoloniale
Expansion werden soll, muss die arrogante Politik der EU gegenüber
Osteuropa sofort und vollständig korrigiert werden.“
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