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Dr.
André Brie am 08. September 2004:
Kritische Fragen aus Dialog mit Russland nicht ausklammern
Unmittelbar vor
Beginn der vierten Runde des "Petersburger Dialogs" hat der
Europaabgeordnete André Brie die Europäische Union aufgefordert, kritische
Fragen aus den Gesprächen mit Russland nicht auszuklammern. "Solche Punkte
wie die Verletzung von Menschenrechten durch russische Behörden und
Streitkräfte in Tschetschenien, die Gefährdung der Pressefreiheit, die
notwendige Sicherung demokratischer Grundrechte und der Unabhängigkeit der
Justiz müssen mit auf die Tagesordnung", sagte Brie am Mittwoch in
Brüssel. Der Parlamentarier wird an dem deutsch-russischen
Diskussionsforum am Donnerstag und Freitag in Hamburg teilnehmen.
"Es geht nicht um
eine Einmischung in innere Angelegenheiten oder die Missachtung
historischer Entwicklungen, kultureller Traditionen und der politischen
Realitäten", betonte der Abgeordnete. Allerdings hätten sich beide Seiten
in den bilateralen Verträgen und Vereinbarungen zur Achtung demokratischer
Werte und zum Prinzip der friedlichen Konfliktbeilegung bekannt.
Der PDS-Politiker
kritisierte in diesem Zusammenhang die fehlende Kohärenz in der Politik
der EU: "Zwar sind die Aufrufe zur Gewährleistung bürgerlicher Freiheiten
und zur politischen Lösung der Tschetschenien-Krise in nahezu allen
Papieren enthalten. In der Realität dominieren aber wirtschaftliche
Interessen und kurzfristige konjunkturelle Aspekte das gegenseitige
Verhältnis. Nötig ist dagegen die konsequente Umsetzung einer
zweigleisigen Strategie gegenüber Moskau - eine offene und konstruktive
Auseinandersetzung mit den Defiziten der innenpolitischen Entwicklung in
Russland parallel zum Ausbau von gegenseitig vorteilhaften Beziehungen auf
politischem, ökonomischen und kulturellen Gebiet." |