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PDS-Europaabgeordneter zu Staatsbesuch des türkischen
Präsidenten in Deutschland
Konstruktiven Dialog mit Ankara führen
Unmittelbar vor dem Deutschlandbesuch des
Präsidenten der Türkei hat der Europapolitiker Dr. André Brie die
Bundesregierung aufgefordert, einen konstruktiven Dialog mit Ankara in der
Frage der türkischen EU-Mitgliedschaft zu führen. „Die dauerhafte
Abweisung des türkischen Beitrittswunsches kann die Fortsetzung der
eingeleiteten demokratischen Reformen in dem Land gefährden“, erklärte
Brie am Dienstag in Brüssel.
Mit
der Bereitschaft Ankaras, den Termin für einen Verhandlungsbeginn auch
nach dem EU-Gipfel festzulegen, liegt nach Ansicht des
PDS-Europaabgeordneten ein realistisches Kompromissangebot auf dem Tisch.
Brie verwies in diesem Zusammenhang auf eine Entschließung des Europäischen
Parlaments vom vergangenen Mittwoch, in der der EU-Ministerrat zu einer Förderung
des Beitrittsprozesses mit der Türkei aufgerufen wird.
Notwendig
seien dazu jedoch prinzipielle Veränderungen der türkischen Politik.
„Die Situation hinsichtlich der Menschenrechte und der
Gleichberechtigung der kurdischen Bevölkerung ist nach wie vor
unakzeptabel“, so der Abgeordnete. „Die bislang beschlossenen Maßnahmen,
beispielsweise die jetzt erfolgte beschränkte Zulassung der kurdischen
Sprache in staatlichen Rundfunkprogrammen, müssen ausgeweitet und auch
tatsächlich umgesetzt werden.“ Es sei jedoch nicht hinzunehmen, dass
CDU und CSU eine Mitgliedschaft der Türkei prinzipiell ablehnten. Die
Europäische Union müsse gegen alle Versuche verteidigt werden, sie zu
einem exklusiven und "christlich-abendländischen" Projekt zu
machen.
Zudem
rief Brie die türkische Regierung auf, sich nicht für einen US-Krieg
gegen Irak missbrauchen zu lassen. „Jede direkte oder indirekte türkische
Beteiligung an diesem Feldzug untergräbt die sicherheitspolitische Rolle
der Türkei in der Region. Die von den USA massiv geforderte
Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union darf durch die europäischen
Regierungen nicht den imperialen Ambitionen der Bush-Administration
untergeordnet werden, sondern muss auf die Durchsetzung von Demokratie und
Menschenrechten, wirtschaftliche und soziale Entwicklung sowie kooperative
und gemeinsame Sicherheit gerichtet sein."
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