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Europäisches
Parlament diskutiert europaweite Liberalisierung der
Betriebsrentensysteme. André Brie: PDS und europäische Linke sagen Nein.
In
der heutigen Sitzung des Europäischen Parlaments lehnte der
PDS-Abgeordnete André Brie die vorgesehene Liberalisierung der
Betriebsrentensysteme in der EU ab.
Zur
Begründung erklärte er unter anderem:
"Mit
dem Vorschlag der Kommission wird der grundsätzliche Paradigmenwechsel in
den europäischen Systemen zur Altersvorsorge fortgesetzt - weg von
solidarischen sozialen und gesetzlichen Rentensystemen hin zur privaten,
kapitalgestützten Altersvorsorge."
"Erstens
sollen die Betriebsrentensysteme in der EU einem gemeinschaftsweiten
Wettbewerb unterworfen werden... In beiden Dokumenten werden keine
verbindlichen Vorschriften für die Sicherheit der eingezahlten Beiträge
vorgesehen! Völlig ungenügend sind aus unserer Sicht deshalb auch die
vorgesehenen Aufsichtsregelungen."
"Zweitens
wird durch die Kommission... die Regulierung der Betriebsrentensysteme in
der EU ausschließlich als ein Finanzmarktthema gesehen. Die
sozialpolitische Perspektive fehlt völlig... Die Kommission schlägt vor,
dass die Beiträge von Betriebsrentensystemen künftig bis zu 70 Prozent
in Aktien und anderen Wertpapieren angelegt werden dürfen, mindestens 30
Prozent davon in Fremdwährungen.
Ich
glaube, die Kommission sollte offen sagen, dass es ihr nicht um die
Zukunft der Renten, sondern um Gegenwart und Zukunft des europäischen
Kapitalmarktes geht. ... Die Spielräume für die Bewahrung und moderne
Erneuerung solidarischer gesetzlicher Rentensysteme sind in keinem
Mitgliedsland der Europäischen Union ausgeschöpft. Statt einer
europaweiten Liberalisierung der betrieblichen Altersvorsorge brauchen wir
eine europäische Koordinierung von Betriebsrentensystemen, wie dies ähnlich
schon bei der gesetzlichen Rentenversicherung der Fall ist, und zwar unter
dem Gesichtspunkt der Bedürfnisse von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
und nicht von Anlagefonds. Wir sagen daher Nein zum Vorschlag der
Kommission und zum vorgelegten Standpunkt des Parlaments."
Strasbourg,
3. Juli 2001
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