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Dr. André Brie am 21. September 2005:
Europaabgeordneter André Brie
sieht mit Ausweitung der deutschen Afghanistan-Mission zunehmende
Verzahnung von ISAF und Enduring Freedom
Berliner Trugbild
Der Europaabgeordnete André Brie
hat vor einer schleichenden Vermischung von zivilen, militärischen und
Kampfmissionen in Afghanistan gewarnt. Angesichts der Entscheidung der
Bundesregierung vom Mittwoch, das deutsche Truppenkontingent am Hindukusch
massiv zu verstärken und den Einsatz zu verlängern, erklärte der
Parlamentarier in Brüssel: “Obwohl Minister Struck offiziell eine
Verbindung von ISAF und Enduring-Freedom-Operation der US-Armee ablehnt,
wird mit dem verstärkten Bundeswehrengagement die Militarisierung der
Konflikte in Afghanistan vorangetrieben.” Dies erfolgt nach Ansicht des
Linkspartei-Politikers kaum unbewußt. “Offensichtlich wollen SPD und Grüne
das Trugbild einer Friedenskoalition zeichnen und gehen deshalb bei der
Verzahnung beider Einsätze kleine Schritte. Dass aber der Truppeneinsatz
nicht zu einer Stabilisierung Afghanistans geführt hat und die Taliban
trotz ausgeweiteter Kommandooperationen wieder erstarken, bedarf heute
keines Beweises mehr.”
Brie, der auch Afghanistan-Berichterstatter
des Europaparlaments ist, verwies in diesem Zusammenhang auf Äußerungen
Hamid Karsais vom Dienstag. Der afghanische Präsident hatte die
Notwendigkeit größerer Militäraktionen der US-geführten
Koalitionstruppen in Frage gestellt und Rechtsverletzungen des
ausländischen Militärs beklagt. “Was Karsai diplomatisch umschrieb, ist in
der Realität die klare Ablehnung der 'Befriedung' des Landes nach
Washingtoner Diktion.”
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