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Europapolitiker fordert Nachbesserungen bei
Beitrittsabkommen
Diskriminierung bei EU-Erweiterung nicht
zulassen
Unmittelbar
vor dem EU-Erweiterungsgipfel in Kopenhagen hat der Europaabgeordnete Dr.
André Brie erneut gefordert, die Kandidatenstaaten bei den
Beitrittsverhandlungen und nach deren Aufnahme nicht zu diskriminieren.
„Wenn die mittel- und osteuropäischen Länder nicht auf Dauer
EU-Mitglieder zweiter Klasse bleiben sollen, sind fundamentale
Nachbesserungen am Vertragswerk nötig“, erklärte Brie am Dienstag in
Berlin. Die am selben Tag beratende EU-Außenministerkonferenz rief der
PDS-Politiker auf, die Anstrengungen dieser Staaten insbesondere bei der
wirtschaftlichen, sozialen und politischen Umgestaltung gebührend zu berücksichtigen.
„Obgleich diese Transformation vor allem im Interesse der westeuropäischen
Wirtschaft liegt und einen ungehinderten Marktzugang nach Osten sichern
soll, ist Brüssel nicht bereit, den Neumitgliedern die gleichen Vergünstigungen
zuzugestehen wie den derzeitigen EU-Staaten.“
Die Anpassung an EU-Vorgaben habe bereits
heute in den Beitrittsstaaten zu dramatischen Konsequenzen für Wirtschaft
und Sozialpolitik geführt. „Die geplante Ungleichbehandlung nach der
Aufnahme wird diese Entwicklung noch weiter verschärfen“, warnte Brie.
Insbesondere die Vorenthaltung der vollen Agrarzuschüsse werde in Ländern
wie Polen und der Tschechischen Republik zu weiteren sozialen Verwerfungen
führen. Die Bauernproteste am vergangenen Mittwoch in Prag gegen die
gedeckelten Agrarzuschüsse seien ein deutlicher Hinweis für die
Unzufriedenheit mit der EU-Erweiterungspolitik.
Deutliche
Kritik übte Brie an der Berichterstattung deutscher Medien über den
Beitrittsprozess: „Statt die Chancen der EU-Erweiterung für beide
Seiten aufzuzeigen, werden bewusst oder unbewusst Vorurteile gepflegt.“
Dies betreffe in erster Linie Polen. „Wenn in Rundfunkberichten über
die Verhandlungsposition Warschaus von ‚Krawallbrüdern‘ gesprochen
wird, schürt dies antipolnische Ressentiments. Eine solche Stimmungsmache
ist in keiner Weise akzeptabel“, hob der Parlamentarier hervor. „Der
historische Prozess der EU-Erweiterung verdient eine konstruktiv-kritische
Begleitung – in den Medien wie in der Öffentlichkeit.“
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