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André Brie : Behindertenpolitik gehört auf
alle Ebenen
Gleichstellungsgesetz
für Mecklenburg-Vorpommern gefordert
Erklärung
zum Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen
Aus
Anlass des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen am
3.Dezember hat der Europaabgeordnete Dr. André Brie zu einer
koordinierten Behindertenpolitik auf regionaler, nationaler und europäischer
Ebene aufgerufen. „Die EU-Initiative, 2003 als Europäisches Jahr der
behinderten Menschen zu gestalten, darf kein symbolischer Akt bleiben“,
erklärte der PDS-Politiker am Montag in Berlin. „Gefragt ist eine
konkrete und nachhaltige Politik, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen
der Menschen mit Behinderungen orientiert.“ Neben der sozialen
Absicherung gehe es vor allem um Integration in gesellschaftliches Leben
und Arbeitswelt. „Die Schaffung europäischer juristischer Standards ist
in dieser Hinsicht ebenso notwendig wie die europaweite Nutzung
erfolgreicher Praktiken aus den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten“, betonte
Brie.
Die
EU, in der über 37 Millionen Menschen mit Behinderungen leben, habe
bereits eine Reihe von Initiativen in dieser Hinsicht auf den Weg
gebracht. So seien in das Aktionsprogramm 2001-2006 zur Bekämpfung der
Diskriminierung chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen ebenso
ausdrücklich einbezogen wie in die Richtlinie zur Gleichbehandlung in
Beschäftigung und Beruf sowie in die Gemeinschaftsinitiative EQUAL, die
sich gegen Diskriminierung in der Arbeitswelt richtet. „Es kommt aber
darauf an, diese Vorgaben auch konsequent umzusetzen.“
Dabei
sieht der PDS-Abgeordnete noch deutlichen Nachholbedarf auf nationaler und
regionaler Ebene. „Ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz auf
Bundesebene ist ebenso unerlässlich wie entsprechende Regelungen in den Ländern“,
betonte der Abgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Bundesland
gehe es um die Ausarbeitung und Verabschiedung eines
Gleichstellungsgesetzes für Menschen mit Behinderungen und chronisch
Kranke. „Dabei müssen die Forderungen der Behindertenverbände berücksichtigt
und diese Organisationen an der Ausarbeitung beteiligt werden“, hob der
Parlamentarier hervor. Als dringende Aufgaben nannte Brie eine
behindertengerechte Gestaltung des öffentlichen Personenverkehrs sowie
die Sicherstellung der Erreichbarkeit von Behörden, Ämtern und öffentlichen
Einrichtungen, wie Schulen und Lehrstätten, für Menschen mit
Behinderungen. Zudem gehe es gerade in den Bildungseinrichtungen um das
kooperative Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten.
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