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Dr.
André Brie erklärt zu den am Donnerstag von Brüssel vorgelegten beschäftigungspolitischen
Maßnahmen:
Brüsseler
Augenwischerei
„Das
‚Konzept‘ der EU-Kommission zur Erreichung der Vollbeschäftigung in
Europa kann nur als Augenwischerei bezeichnet werden. Statt konkrete Maßnahmen
vorzulegen, konzentriert sich Brüssel abermals auf Allgemeinplätze wie
verbesserte Bildung und Schaffung ‚günstiger Rahmenbedingungen‘ für
neue Arbeitsplätze. Bedenklich stimmen in dem Kommissionspapier
allerdings die Forderungen nach ‚zielgerichteter Überprüfung der
Steuer- und Sozialleistungssysteme‘ und den Abbau von
Vorruhestandsregelungen. Konkret bedeutet das weiteren sozialen Druck auf
Arbeitslose, verstärkte ‚Flexibilisierung‘ der Arbeitsmärkte zu
Lasten der Lohnabhängigen und Arbeitslosen , steuerliche Entlastung der
Unternehmen sowie weitere Schritte bei der Privatisierung der sozialen
Sicherungssysteme. Dies wird nicht zu mehr Beschäftigung führen, sondern
soziale Probleme weiter verschärfen.
‚Die
Beschäftigungsstrategie hat bis jetzt gut funktioniert‘, meinte
Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou bei der Vorlage der
Kommissionsvorschläge. Vielleicht sind ihr die jüngsten Zahlen nicht
bekannt: Mit derzeit 13,6 offiziell registrierten Arbeitslosen in der EU
ist die Quote von 7,8 Prozent Erwerbslosen im vergangenen Jahr nahezu
gleich geblieben.“
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