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Europapolitiker verweist auf deutliche
EU-Kritik an deutscher Arbeitsmarktpolitik
Schallende Ohrfeige für Bundesregierung
Der
PDS-Europaabgeordnete Dr. André Brie sieht den jüngsten Gemeinsamen
Beschäftigungsbericht der EU-Kommission als „schallende Ohrfeige für
die Bundesregierung“. Wie Brie am Dienstag in Brüssel mitteilte, habe
die Kommission in dem Papier deutliche Kritik an der Arbeitsmarktpolitik
in Deutschland geäußert. So verharrte laut Angaben der Europäischen
Kommission die Arbeitslosenquote in Deutschland 2001 gegenüber dem
Vorjahr unverändert bei 7,9 Prozent. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit
liegt trotz leichter Verbesserungen mit 3,9 Prozent über dem
EU-Durchschnitt.
„Besonders
dramatisch ist die Entwicklung in den neuen Bundesländern“,
konstatierte der Abgeordnete. Hier sei der Arbeitsplatzabbau besonders
gravierend und die Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit besonders hoch.
„Das ist zugleich das Hauptmotiv für die Abwanderung gerade junger
Menschen“, so Brie. Zudem würden auch immer mehr Frauen in die
Erwerbslosigkeit getrieben. „Dabei macht sich das Fehlen von bezahlbaren
Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen dramatisch bemerkbar.“
Diese Entwicklung betreffen den Osten und den Westen Deutschlands
gleichermaßen.
„Es
ist ein Armutszeugnis für die Bundesregierung, wenn von Brüssel ein
umfassendes Konzept gerade für die östlichen Bundesländer mit
regionalen, Arbeitsmarkt- und strukturpolitischen Maßnahmen eingefordert
werden muss“, stellte der Europapolitiker fest. Dazu gehöre die Beschäftigungsförderung
für Niedriglohnbezieher ebenso wie die Schaffung eines integrativen
Arbeitsmarktes, steuerliche Maßnahmen, die Bereitstellung und Erhaltung
von Kindereinrichtungen sowie die Beseitigung des geschlechtsspezifischen
Lohngefälles. „Offensichtlich bedarf es des Drucks von außen, damit
Berlin sich tatsächlich in der Frage der Beschäftigungspolitik
bewegt.“
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