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Dr.
André Brie am 28. April 2003:
Parlamentarische Anfrage
an Rat. Studien belegen zunehmende Schwere der Taten
EU ohne nachhaltige
Strategie zur Bekämpfung des Antisemitismus
Nach
Ansicht des PDS-Europaabgeordneten André Brie werden in der Europäischen
Union antisemitische Tendenzen nicht effektiv genug bekämpft. Brie
verwies am Freitag in einer Parlamentarischen Anfrage an den Rat der EU
auf entsprechende Studien, unter anderem vom Europäischen Monitoring
Zentrum für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC). Darin war eine
dramatische Zunahme von antisemitischen Ausschreitungen in den
EU-Mitgliedstaaten im vergangenen Jahr festgestellt worden. Die Analysen
hatten unter anderem auf den Zusammenhang zwischen der Radikalisierung des
Nahostkonflikts – insbesondere der zum Teil mit antisemitischen
Stereotypen versehenen Kritik an der israelischen Regierungspolitik –
einerseits und der neuen "Welle von Antisemitismus" andererseits
aufmerksam gemacht.
Die
Studien belegten zugleich eine wachsende Schwere der Taten, betonte Brie
in Brüssel. Zudem sei festgestellt worden, daß der politische Wille,
gegen antisemitischer Ausschreitungen vorzugehen, meist nur von kurzer
Dauer sei. Die Notwendigkeit der Entwicklung nachhaltiger Strategien zur
Bekämpfung des Antisemitismus werde dabei übersehen.
Brie
rief den Rat auf, sich diese Tatsachen bewusst zu machen und entsprechende
Schlussfolgerungen zu ziehen. Dazu gehörten wirksamere Maßnahmen zur
Erfassung und Beobachtung antisemitischer Vorfälle und zu deren Bekämpfung.
Der Parlamentarier regte weiter an, Initiativen zu ergreifen, um zum
besseren Verständnis der jüdischen Geschichte, der jüdisch-christlichen
Beziehungen und des Holocaust unter besonderer Berücksichtigung einer
multikulturellen Schülerklientel beizutragen.
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