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EU-Fördermittel für Mecklenburg-Vorpommern
In ihrer Antwort auf
eine parlamentarische Anfrage des PDS-Abgeordneten André Brie hat die
EU-Kommission einen Überblick über die in den Jahren 2003 und 2004 nach
Mecklenburg-Vorpommern geflossenen Fördermittel im Rahmen ausgesuchter
EU-Förderprogramme gegeben (Anhang). Dabei hatte der Abgeordnete nach der
Vergabe von Fördermitteln für neun verschiedene Bereiche gefragt. Zu
berücksichtigen ist, dass das Land über das Operationelle Programm
2000-2006 weitere umfangreiche Unterstützung erhält, die auf dieser
Grundlage direkt von der Landesregierung vergeben werden (insgesamt sind
in diesem Zeitraum 2,45 Mrd. Euro Strukturfondsmittel für
Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen; durchschnittlich 350 Millionen pro
Jahr).
Zur Antwort der
Kommission stellt der Abgeordnete fest:
"Die Antwort der
Kommission zeigt den beträchtlichen Umfang, mit dem die Europäische Union
die Entwicklung von Infrastruktur, Stadtumbau sowie umwelt- und
energiepolitische Innovationen in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt.
Die Übersicht macht
jedoch erneut ein nach wie vor existierendes Problem deutlich: Mittel aus
jenen Programmen, die von kleinen und mittleren Unternehmen, Vereinen,
Verbänden oder Kommunen direkt bei der Kommission über öffentliche
Ausschreibungen beantragt werden müssen, fließen nach wie vor in zu
geringem Ausmaß nach Mecklenburg-Vorpommern. So sind nach Aussagen der
Kommission im Zeitraum 2003 / 2004 im Rahmen des Gemeinschaftsprogramms
für die Gleichstellung von Frauen und Männern keine Gelder nach
Mecklenburg-Vorpommern geflossen (diese Mittel werden ausschließlich über
Ausschreibungen vergeben). Gleiches trifft auch auf das Umweltprogramm
LIFE zu, wo in besagtem Zeitraum ebenfalls keine Projekte im Land
ko-finanziert wurden. Am besorgniserregendsten ist allerdings die Aussage
der EU-Kommission, dass in besagtem Zeitraum kein einziges Projekt im
Rahmen der Programme Kultur, Jugend, Leonardo da Vinci (Aktionsprogramm in
der Berufsbildung) aus Mecklenburg-Vorpommern ko-finanziert wurde. Ähnlich
sieht es leider auch bei jenen Programmen aus, welche sich an
Organisationen und Vereine richten, die den europäischen Gedanken fördern
bzw. zur Diskussion über die Zukunft Europas beitragen.
Die Ursachen liegen
meiner Meinung nach zum einen in den hohen, zum Teil auch bürokratischen
Hürden. Zum anderen ist es für Wirtschaft, Kultur- und Sozialvereine und
andere Akteure des Landes fast immer charakteristisch, dass sie zu geringe
personelle und andere Kapazitäten besitzen, um sich erfolgreich im
Wettbewerb mit Antragsstellern aus anderen EU-Mitgliedsländern zu
behaupten. Es wäre daher dringend erforderlich, dass Antragsteller aus
Mecklenburg-Vorpommern erstens die Informations- und
Unterstützungsmöglichkeiten der Vertretung des Landes bei der EU nutzen,
zweitens, dass diese und andere Möglichkeiten, darunter auch die der
Fördermittelseite der PDS im Europäischen Parlament (www.pds-europaservice.de)
wirksamer bekannt gemacht werden. Drittens scheint es mir unumgänglich,
dass die Landesregierung eine intensivere und konzentrierte Unterstützung
für Klein- und Mittelständische Unternehmen, Kommunen und kommunale
Einrichtungen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen bei der
Beantragung von europäischen Fördermitteln organisiert."
Anfage an die
Europäische Kommission
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Antwort der
Europäischen Kommission
*.pdf-Datei |