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Schriftliche
Anfrage an den Rat zur "Situation von Deserteuren und
Kriegsdienstverweigerern nach dem Ende des Kosovo Krieges"
(18.10.2000)
Bezug
nehmend auf eine gemeinsame Entschließung des Parlaments zur Lage im
Kosovo (vom 06. Mai 1999) und die darin enthaltene Forderung an die
Mitgliedstaaten, Deserteure der jugoslawischen Armee und
Kriegsdienstverweigerer aufzunehmen und ihnen eine zeitweilige
Aufenthaltsgenehmigung für die EU zu erteilen, und unter Hinweis
darauf:
· dass nach wie vor
Tausenden von diesen Deserteuren der durch die europäischen Regierungen
versprochene Rechtsstatus verwehrt wird,
· dass die Mehrzahl der
Deserteure (insbesondere jene in Ungarn) unter menschenunwürdigen
Bedingungen in Flüchtlingslagern leben,
· dass der übergroßen
Mehrzahl der Deserteure in den Mitgliedstaaten kein Asyl gewährt wird,
und dass viele von ihnen sogar mit der Abschiebung rechnen müssen,
frage
ich den Rat:
· ob er sich dieses
Problems bewusst ist und welche Anstrengungen bisher unternommen wurden,
· warum man zuerst zur
Desertation aufgerufen hat, um hernach die Grenzen für diese Deserteure
zu schließen, ihnen keinen Rechtsstatus zu gewähren, und einigen von
ihnen sogar mit der Abschiebung droht,
· ob die Gemeinschaft
gerade Ungarn, wo die Mehrzahl dieser Deserteure zeitweilige Aufnahme
gefunden hat, entsprechende finanzielle Unterstützung zukommen lässt,
· ob er gedenkt, dieses
Thema in den zukünftigen Gesprächen mit der neuen jugoslawischen Führung
anzusprechen, und welche Position er dabei einnehmen wird ?
Schriftliche
Antwort des Rates vom 24. April 2001
Der Rat
ist sich des Problems der Lage der Deserteure und Kriegsdienstverweigerer
der jugoslawischen Armee nach dem Kosovo-Konflikt sehr wohl bewusst und
hat die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 06. Mai 1999
aufmerksam zur Kenntnis genommen.
Wie der
Herr Abgeordnete in Erinnerung ruft, war diese Entschließung an die
Mitgliedstaaten gerichtet, die den Empfehlungen des Europäischen
Parlaments in den unter ihre Hoheitsgewalt fallenden Fragen sicherlich
Rechnung getragen haben.
Der Rat
hat sich infolgedessen mit dieser Frage nicht speziell befasst, ist jedoch
der Ansicht, dass die neue Lage, die sich in Belgrad abzeichnet, einer
positiven Lösung für die Situation der jugoslawischen Deserteure und
Kriegsdienstverweigerer förderlich sein könnte. Der Rat wird sich aktiv
in diesem Sinne einsetzen. In diesem Zusammenhang hat er es begrüßt, dass
die Regierung der BRJ dem Parlament vor kurzem einen Entwurf für ein
Amnestiegesetz vorgelegt hat, das auf Deserteure und
Kriegsdienstverweigerer Anwendung finden könnte.
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