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E-1064/04DE
- Ergänzende Antwort von Herrn Barrot im Namen der Kommission -
Betrifft: Widersprüchlichkeiten im Hinblick auf den Neubau der Staatsstraße
S 282 A im Freistaat Sachsen
(28. Juni 2004)
Nach
den Angaben, die die sächsische Verwaltungsbehörde der Kommission am 16. April
2004 übermittelt hat, stellt sich die Lage bei dem aus dem Europäischen
Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Investitionsprojekt,
das der Herr Abgeordnete angesprochen hat, wie folgt dar:
Die
betreffende Straße (die Staatsstraße 282 A) wurde mit Unterstützung aus
dem EFRE neu gebaut. Bei der Planung wurden Kosten in Höhe von insgesamt 9,081
Mio. EUR veranschlagt. Bislang wurden 5,3 Mio. EUR ausgegeben, etwa
0,705 Mio. EUR werden noch folgen. Der Beitrag des EFRE beläuft
sich auf 75% der
Gesamtkosten.
Der
Kommission ist bekannt, dass bei den Zahlenangaben zu dem Projekt Widersprüchlichkeiten
aufgetreten sein könnten. Diese erklären sich dadurch, dass die
betreffenden Zahlen zu unterschiedlichen Zeitpunkten genannt wurden und
sich deshalb auf unterschiedliche Phasen der Durchführung beziehen.
Was
die Änderung der Einstufung dieser Straße betrifft, so hat die für das
Programm zuständige Verwaltungsbehörde der Kommission mitgeteilt, dass
diese Straße 1997 von einer örtlichen Straße in eine Staatsstraße höher
gestuft wurde. Die Straße ist also nicht zurückgestuft worden.
SCHRIFTLICHE
ANFRAGE E-1064/04 von André Brie (GUE/NGL) an die Kommission - Betrifft:
Widersprüchlichkeiten im Hinblick auf den Neubau der Staatsstraße S 282
A im Freistaat Sachsen
Mit
meiner Anfrage möchte ich die Kommission auf die Problematik des Neubaus
der Staatsstraße S 282 A im Freistaat Sachsen verweisen, welche unter
anderem auch Inhalt einer Petition (364/2000) an das Europäische
Parlament ist. Letztere wurde bereits am 25. Mai 2000 registriert,
letztmalig am 20. Februar 2003 im Petitionsausschuss behandelt, und
seitdem wartet man auf die von den betreffenden Behörden in Deutschland
erbetenen Auskünfte.
Seit
dem Einreichen der Petition vor nunmehr 4 Jahren und der
zwischenzeitlichen Fertigstellung der Staatsstraße S 282 A sind zunehmend
widersprüchliche Informationen ans Tageslicht gekommen, welche ich
nachfolgend kurz darlegen möchte.
Zunächst
betrifft dies die widersprüchlichen Angaben über die Kosten.
In
einem Schreiben an Herrn Nino Gemelli (Vorsitzender Petitionsausschuss)
vom 23.5.2003 bestätigt Botschafter Dr. Schönfelder (Ständige
Vertretung Deutschlands bei der EU) mit Bezugnahme auf deutsche Behörden
den Betrag von 50 Mio. EUR für den Ausbau der Staatsstraße S 282 A.
In
einem Schreiben an den Präsidenten des sächsischen Landtages, Herrn
Iltgen, vom 19.05.2003 beziffert der Minister des Sächsischen
Staatsministeriums für Wirtschaft u. Arbeit die Gesamtkosten für den
Straßenbau auf 4,63 Mio. EUR, und nur wenige Wochen später (4.7.2003)
meldet er zu der gleichen Frage an den Landtagspräsidenten Iltgen nur
noch 4,3 Mio. EUR.
Des
Weiteren besteht der Verdacht, dass der Neubau der Staatsstraße S 282 A
in bewusst falscher Weise als "Ausbau" deklariert wurde, denn
bereits ein Jahr nach Fertigstellung der Straße wurde diese von ursprünglich
"überregional" (Bedeutungsstufe II) auf "regional"
(Bedeutungsstufe III) zurückgestuft.
Ich
frage die Kommission, ob und inwiefern sie Kenntnis von diesen widersprüchlichen
Sachverhalten hat, und ob sie, sollte dies nicht der Fall sein, gedenkt,
diese vor Ort zu untersuchen bzw. aufzudecken ?
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