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SCHRIFTLICHE
ANFRAGE E-1331/03
an den Rat:
Minenfelder
an der (östlichen) Grenze Griechenlands zur Türkei
Im Anschluss an die
Antwort des Rates (E-2960/02[1],
20.Februar 2003) auf meine Anfrage bezüglich der Minenfelder an der (östlichen)
Grenze Griechenlands zur Türkei möchte ich den Rat zunächst auf
nachfolgende Mitteilung in der Athener Tageszeitung "Kathimerini"
hinweisen (26. März 2003):
"Yesterday
an illegal immigrant from Somalia was killed when he stepped on a mine
in an attempt to enter Greece from Turkey through the Evros region in
Thrace. The man, whose identity was not made public, entered a fenced,
signposted minefield along with a second Somali, who was injured, the army
said. Another 18 Somalis were arrested on the fringes of the minefield".
Im Zusammenhang mit
dieser Mitteilung frage ich den Rat, ob er an der in der Antwort gegebenen
Einschätzung festhält: "Was speziell Griechenland und die Türkei
anbelangt, so stehen beide Länder kurz davor, gemeinsam ihre
Ratifikations-(Griechenland) bzw. Beitrittsurkunde (Türkei) zum Übereinkommen
von Ottawa zu hinterlegen. Durch die Kennzeichnung und Sicherung der
griechischen Minenfelder entlang der türkischen Grenze konnten
griechischen Quellen zufolge die Zahl der Unfälle um nahezu 90 %
verringert werden (vgl. Landmine Monitor Report 2002 der Internationalen
Kampagne für das Verbot von Landminen)"?
Darüber hinaus frage ich
den Rat, wie viele Personen nach seiner Kenntnis an dieser Grenze seit dem
Inkrafttreten des "Ottawa Übereinkommens" (1.3.1999) getötet
bzw. verletzt wurden (bitte getrennt auflisten)?
E-1331/03 - Antwort - (29.
September 2003)
1.
Im Anschluss an ein Treffen in der türkischen Küstenstadt Kas am
3. Mai haben der griechische und der türkische Ministerpräsident in
einer gemeinsamen Erklärung bekannt gegeben, dass die von ihren Ländern
durchzuführenden Verfahren, um Vertragsparteien des Übereinkommens von
Ottawa zu werden (Ratifikation durch Griechenland, Beitritt durch die Türkei)
nun in Griechenland wie auch der Türkei abgeschlossen seien. Sie teilten
mit, dass beide Länder jetzt gleichzeitig ihre entsprechenden Urkunden
bei dem VN-Generalsekretär hinterlegen würden.
2.
Dem Rat liegen keine Statistiken über die Anzahl der Personen vor,
die an der griechisch-türkischen Grenze durch Landminen getötet oder
verletzt wurden. Der Herr Abgeordnete kann sich hierfür an die zuständigen
nationalen Behörden wenden. Gemäß dem letzten Jahresbericht (2002)
der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen (ICBL) gibt es
in Griechenland kein zentrales Register für Minenopfer, während in der Türkei
die Türkische Menschenrechtsstiftung die Berichte über Minenopfer
sammelt und in monatlichen Bulletins veröffentlicht. Die
Informationsquellen der ICBL können auf der Website www.icbl.org eingesehen
werden.
3.
Was die Ergebnisse der Kennzeichnung und Sicherung der griechischen
Minenfelder entlang der türkischen Grenze anbelangt, so ist der Rat nicht
in der Lage, den von griechischen Quellen gemeldeten Rückgang der Zahl
der Unfälle (um nahezu 90 %) nachzuprüfen.
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