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SCHRIFTLICHE
ANFRAGE P-3831/03 von André Brie (GUE/NGL) an die Kommission Laufende
europäisch-amerikanische Verhandlungen zur Nutzbarkeit von Galileo
Bezug
nehmend auf Presseinformationen (siehe u.a. Frankfurter Rundschau vom
3.12.2003) wonach den US-Streitkräften nicht nur gestattet werden soll,
dass satellitengestützte System Galileo in Krisen- und Konfliktfällen
abzuschalten, sondern auch das Galileo-Signal abzuschwächen und
qualitativ zu verschlechtern, frage ich die Kommission, ob diese
Informationen der Wahrheit entsprechen?
Gleichzeitig
möchte ich die Kommission an die Entschließung des Europäischen
Parlaments zum Ministertreffen der Europäischen Weltraumorganisation (15.
Mai 2003) erinnern, in welcher u.a. die Notwendigkeit des autonomen
Zugangs Europas zum Weltraum betont und das gemeinsame europäische
Interesse in dieser Hinsicht hervorgehoben wird.
Nicht
zuletzt mit der Unabhängigkeit Europas gegenüber Amerika wurden die
enormen Kosten für die Entwicklung dieses Satellitennavigationssystems
gerechtfertigt, welche mindestens zur Hälfte durch die Steuerzahler
aufgebracht werden müssen.
Ich
frage die Kommission weiterhin, ob (und wie) sie sich dafür einsetzen
wird, dass bei der nächsten Verhandlungsrunde in Washington (im Januar
2004) die europäischen Interessen weder jenen des US-Militärs noch
bestimmten Industrie-Interessen (in den USA) geopfert werden?
Antwort
von Frau de Palacio im Namen der Kommission P-3831/03DE
(16. Januar 2004)
In
den laufenden Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten wird eine
Vereinbarung angestrebt, die sicherstellt, dass das globale Ortungssystem
GPS und GALILEO miteinander
kompatibel und interoperabel sind, so dass alle Anwender Vorteile
erlangen und von einer höheren Genauigkeit und Zuverlässigkeit
profitieren.
Zu
diesem Zweck muss insbesondere für GALILEO eine Signalstruktur festgelegt
werden, die den Erfordernissen der Landesverteidigung sowohl in den
Vereinigten Staaten als auch in Europa Rechnung trägt.
Hinsichtlich
des staatlichen GALILEO-Signals (gemeinhin als öffentlich regulierter
Dienst (PRS für „Public Regulated Service“) bezeichnet) wurde eine
Einigung erzielt, die weder die Signalqualität noch die Kontrolle Europas
über die Kontinuität dieses Dienstes in Frage stellt.
Für
die anderen Dienste sind die Unterredungen noch in Gang, wobei Europa auch
hier das Ziel verfolgt, die uneingeschränkte Kontrolle zu behalten und
eine optimale Leistungsfähigkeit sicherzustellen.
Ferner
ist darauf hinzuweisen, dass Europa den Vereinigten Staaten ein Vetorecht
bei eventuellen Verbesserungen in der Signalstruktur von GALILEO
verweigert hat.
Daher
ist es durchaus das Ziel der Kommission und der Mitgliedstaaten, die Unabhängigkeit
Europas zu bewahren und gleichzeitig die Benutzer von der Interoperabilität
von GPS und GALILEO profitieren zu lassen.
Anzumerken
ist auch, dass die Kosten für GALILEO – sie entsprechen den Kosten für
150 Kilometer Stadtautobahn – angesichts des damit verbundenen
wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Nutzens keinesfalls übertrieben
sind.
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