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SCHRIFTLICHE
ANFRAGE E-1514/03
an den Rat
Deutliche
Zunahme antisemitischer Ausschreitungen in der EU im Jahr 2002
Bezug nehmend auf
verschiedene Studien (unter anderem vom Europäischen Monitoring Zentrum für
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, EUMC) möchte ich dem Rat die
dramatische Zunahme von anti-semitischen Ausschreitungen in den
EU-Mitgliedstaaten im vergangenen Jahr (mit ihrem Höhepunkt zwischen Ende
März und Mitte Mai 2002) in Erinnerung rufen. Bei der Ursachenforschung für
diese Entwicklung verweisen die Studien unter anderem dezidiert auf den
Zusammenhang zwischen der Radikalisierung des Nahostkonflikts
(insbesondere der z.T. mit antisemitischen Stereotypen versehenen Kritik
an der israelischen Regierungspolitik) einerseits und der neuen
"Welle von Antisemitismus" andererseits. Laut den verschiedenen
Studien seien folgende zwei Aspekte bemerkenswert:
–
die Gefahr liege nicht unbedingt in der Zahl der antisemitischen
Vorfälle, sondern in der Schwere der Taten;
–
die Täter dieser antisemitischen Ausschreitungen seien zwar auch
unter Rechtsextremisten, aber viel häufiger unter radikalen Islamisten
oder jungen Muslimen zu finden, wobei Letztere selbst Opfer von
Diskriminierungen und rassistischer Gewalt sind.
Deutlich hervorgehoben
wird auch die Tatsache, dass der politische Wille, gegen solche Wellen
antisemitischer Ausschreitungen vorzugehen, meist nur von kurzer Dauer ist
und dabei übersehen wird, dass langfristige Perspektiven entwickelt und
finanziert werden müssen.
Kann der Rat angeben,
– ob er sich dieser
Entwicklungen bewusst ist und welche Schlussfolgerungen bisher gezogen
wurden?
–
ob (und wenn ja, welche) Maßnahmen ergriffen wurden (bzw. werden)
zur besseren Erfassung/Beobachtung dieser antisemitischen Ausschreitungen
sowie ihrer Bekämpfung bzw. Eindämmung?
–
ob (und wenn ja, welche) Maßnahmen ergriffen wurden (bzw. werden),
welche zum besseren Verständnis der jüdischen Geschichte, der
verschiedenen Dimensionen der jüdisch-christlichen Beziehungen als auch
des Holocaust unter besonderer Berücksichtigung einer multikulturellen
Schülerklientel beitragen?
Antwort E-1514/03 (29.
September 2003)
Der Rat verurteilt
strengstens jegliche antisemitische Ausschreitung und ist besorgt über
eine mögliche Zunahme dieser Ausschreitungen.
Die Europäische Stelle
zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) wurde ausdrücklich
zur Beobachtung von Vorfällen mit rassistischen oder fremdenfeindlichen
Hintergründen, wozu auch antisemitische Hintergründe zählen,
geschaffen. Weitere Beobachtungsmechanismen sind nicht geplant.
Die Bildung der Bevölkerung
in Bezug auf Geschichte liegt nicht in der Zuständigkeit des Rates.
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