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Schriftliche
Anfrage an die
Kommission zur "Zukunft
des Phare LIEN Programms in Bosnien-Herzegowina"
(14.05.2001)
Während
einer vor kurzem stattgefundenen Reise einer Parlamentarierdelegation auf
den Balkan hatte ich in Bosnien-Herzegowina die Gelegenheit, eine lokale
NGO zu treffen, welche gegenwärtig ein durch die EU Kommission
ko-finanziertes Projekt im Rahmen des Phare
LIEN Programms durchführt. Obwohl das Projekt noch ein weiteres Jahr
läuft, ist diese NGO bereits auf der Suche nach Finanzierungsquellen für
die Aktivitäten nach Ende der Ko-finanzierung. Als solche kommt das Phare
LIEN Programm (bzw. das Nachfolgeprogramm ACCESS)
leider nicht mehr in Frage, da für Bosnien-Herzegowina trotz anhaltend
dramatischer Lage der Betroffenen keine finanziellen Mittel bereitgestellt
wurden (im Gegensatz zu zehn anderen mittel- und osteuropäischen Ländern
!). Angesichts der äußerst angespannten sozialen und wirtschaftlichen
Situation in diesem Land sowie des konstruktiven Beitrages, welchen lokale
NGOs beim Aufbau einer funktionierenden Zivilgesellschaft spielen, und in
Anbetracht der Tatsache, daß gerade im Rahmen des Phare
LIEN Programms in diesem Zusammenhang sehr erfolgreiche Projekte
durchgeführt wurden, frage ich die Kommission:
· ob sie sich der Bedeutung solcher Projekte für den Aufbau
zivilgesellschaftlicher Strukturen, für die Unterstützung vielfältiger
lokaler Initiativen, sowie für die Verbesserung der Situation der direkt
Begünstigten in Bosnien-Herzegowina bewußt ist ?
· warum keine finanziellen Mittel für das ACCESS
Programm in Bosnien-Herzegowina zur Verfügung gestellt worden sind (und
wer das entschieden hat) ?
welche
konkreten Schritte und Maßnahmen sie gedenkt zu unternehmen, damit in
Zukunft wieder finanzielle Mittel für dieses Programm auch in
Bosnien-Herzegowina zur Verfügung gestellt werden ?
Antwort:
E-
1598/01DE - Antwort
von Herrn Patten
Im
Namen der Kommission
(31.
Juli 2001)
Die
Kommission ist überzeugt, dass lokale Initiativen einen wichtigen Beitrag
zur Stabilisierung in Bosnien und Herzegowina (BiH) leisten können und
dies auch tun. Vorhaben wie die im Rahmen des Phare-Programms LIEN
finanzierten Projekte haben zweifellos zum Aufbau zivilgesellschaftlicher
Strukturen beigetragen. Dies wurde unter anderem durch Unterstützung
lokaler Initiativen erreicht, die sich wiederum unmittelbar und positiv
auf die Begünstigung vor Ort auswirken. Da die Kommission lokalen
Initiativen weiterhin große Bedeutung beimisst, wird nichtstaatlichen
Organisationen (NGO) auch künftig im Rahmen des neuen Programms CARDS
Hilfe gewährt werden.
Das
Phare-Programm LIEN wird in BiH in der Tat nicht mehr durchgeführt, und
BiH wird im Rahmen seines Nachfolgeprogramms ACCESS nicht berücksichtigt
werden. Stattdessen beschloss der Rat, die Gemeinschaftshilfe für den
Westbalkan zu rationalisieren und mit CARDS in einem einzigen Rahmen
zusammenzufassen, wie im Dezember 1999 vom Europäischen Rat in Helsinki
gefordert. Daher ist CARDS nun das Hauptinstrument für die
gemeinschaftliche Unterstützung auch für NGO und wird es auch bleiben.
Aus
diesem Grund ist in dem Programm CARDS 2001 für BiH technische Hilfefür
rund 40 NGO vorgesehen – mit Unterstützung bei Projektverwaltung,
Netzarbeit und rechtlicher Stärkung (einschließlich Kontakten mit der
Regierung). Vorgeschlagen wird ferner die Finanzierung von Rund 30
Vorhaben zur sozialen Entwicklung, die von NGO vorgeschlagen wurden, die
technische Hilfe erhalten. Ein weiterer Vorschlag betrifft die Einrichtung
einer Fazilität für kleinere Maßnahmen zur Unterstützung einer Reihe
individueller initiative. Das Programm CARDS ist zwar anders ausgerichtet
als LIEN oder dessen Nachfolger, aber nach Auffassung der Kommission
bietet es adäquate Möglichkeiten zur wieteren Unterstützung strategisch
wichtiger lokaler Initiativen.
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