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Volkswagen-Vertretung
statt Volks-Vertretung
Brüssel,
3. Februar 2000
In
zweiter Lesung hat das Europäische Parlament am heutigen Donnerstag in Brüssel
eine veränderte Fassung der vom Rat vorgelegten Richtlinie über Altautos
angenommen.
In
großem Umfang und zum Teil in sehr diffiziler Weise wurde die vom Rat
vorgeschlagene konsequente Verpflichtung zur kostenlosen Rücknahme aller
Altautos verwässert.
Die
Entscheidung stellt eine Kapitulation des Parlaments vor den Interessen
der Automobilindustrie dar. Der Vorschlag des Rates wäre eine erstaunlich
moderne, effektiv und konkret am Verursacherprinzip und an der Vermeidung
problematischer Abfälle orientierte Gesetzgebung gewesen. Umweltschutz
und Verbraucherinteressen wurden von der Parlamentsmehrheit der Servilität
gegenüber der Wirtschaft geopfert. Es dürfte das erste Mal in der
Geschichte des EP gewesen sein, dass das Parlament hinsichtlich des
Umwelt- und Verbraucherschutzes weit hinter dem Vorschlag des Rates zurückgeblieben
ist.
Unter
dem Druck der deutschen Automobil-Konzerne und nicht zuletzt des
deutschen Bundes- und Auto-Kanzlers sowie seines grünen Umweltminsters
war es insbesondere eine „große Koalition“ deutscher Abgeordneter aus
der CDU/CSU und SPD, die diese Mehrheit des Parlaments gegen den Erlass
des Rates organisierte und zustande brachte. Umweltschutz und Parlament
haben verloren.
Greenpeace
dürfte Recht haben: Die Volks-Vertretung ließ sich willig zu einer
Volkswagen-Vertretung degradieren.
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