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Europaabgeordneter André Brie sieht in
Kontrollregime für Irak Instrument für internationale
Rüstungsbegrenzung.
Rede auf der Rostocker Friedenskundgebung am 01.03.2003
„UN-Inspektionen für weltweiten Abrüstungsprozess
nutzen“
Der
Schweriner Europaabgeordnete André Brie hält das im Irak praktizierte
System der UN-Inspektionen für ein wirksames Instrument, um auch
international Rüstungsbegrenzung und Abrüstung voran zu bringen. Der
PDS-Politiker, der sich lange Zeit mit Abrüstungsfragen beschäftigte und
unter anderem in der Genfer Abrüstungskonferenz als Experte tätig war,
erklärte am Samstag auf einer Antikriegskundgebung des Aktionsbündnisses
„Nein zum Krieg“ und des Rostocker Friedensbündnisses in Rostock:
„Wir können uns sehr gut vorstellen, dass die UN-Inspektoren eine
langfristige Einrichtung zur weltweiten Abrüstung werden.“ Brie verwies
in diesem Zusammenhang darauf, dass nicht nur das Regime Saddam Husseins,
sondern auch dessen Aufrüstung ein Produkt der „Politik im Norden
dieser Erde“ sei. „Saddam Hussein ist mit den Waffen und Anlagen für
die Produktion chemischer Waffen aus West und Ost, aus den USA, aus
Frankreich, Großbritannien, der Bundesrepublik, aus der Sowjetunion und
leider auch aus der DDR hochgerüstet worden. Er war Instrument der USA im
Krieg gegen den Iran, und sein Giftgaseinsatz gegen die eigene kurdische
Bevölkerung wurde von Großbritannien und den USA wohlwollend toleriert
und militärisch und finanziell honoriert.“
Nach
Einschätzung des Abgeordneten dient der von den USA geplante Krieg gegen
Irak ausschließlich der Durchsetzung US-amerikanischer Interessen und
keineswegs der Entwaffnung eines Diktators oder der Durchsetzung von
Demokratie und Freiheit. Es gehe der Administration von George Bush neben
der Kontrolle der Erdölvorkommen und des Ölpreises um die Beseitigung
von UNO und Völkerrecht sowie der Neugestaltung der gesamten Golfregion
nach US-Zuschnitt. „Es wird nicht mehr und nicht weniger als die von
Bush-Vater vor zwölf Jahren verkündete neue Weltordnung herbei
geschossen“, so Brie.
Wer
wirklich Diktaturen auf dieser Erde beseitigen wolle, der müsse das
Gegenteil von dem tun, was die USA in der Vergangenheit und Gegenwart
international praktizierten und praktizieren, hob der Europaabgeordnete
auf der Friedenskundgebung hervor. „Wer dies will, muss den
rassistischen Wirtschaftsterrorismus beenden, der muss selbst abrüsten,
Waffenexporte einstellen, auf offensive Militärkonzepte ein für allemal
verzichten. Der muss die UNO und internationale Verträge stärken, statt
sie zu schleifen und für die eigene imperiale Machtpolitik zu
missbrauchen. Der muss die Menschenrechte ungeteilt praktizieren und im
eigenen Land und bei den eigenen Verbündeten damit beginnen. Der muss das
Kyoto-Protokoll ratifizieren statt auf Kosten anderer Völker die
Ressourcen des Erdballs zu verschleudern. Wer Diktaturen, Terrorismus und
militärische Bedrohungen beseitigen will, der darf vor allem keinen Krieg
vorbereiten und führen.“
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