|
Dr.
André Brie am 15. Juni 2005:
PDS-Europaabgeordneter: Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen
offensichtlich weiter in höchster Förderkategorie. “Statistischer Effekt”
verfälscht Realität
Strukturschwache Gebiete in Ostdeutschland weiter unterstützen
Der
Schweriner Europaabgeordnete André Brie hat die Notwendigkeit der
fortgesetzten Unterstützung strukturschwacher Regionen in Ostdeutschland
unterstrichen. Einen Tag vor den Brüsseler Gipfelberatungen zur
EU-Finanzplanung warnte der PDS-Politiker, ein abruptes Ende der Förderung
würde den Entwicklungsrückstand der betroffenen Gebiete künftig nicht nur
verstärken, sondern den erfolgreichen Abschluss laufender Projekte
gefährden. Brie verwies auf jüngste Äußerungen der EU-Kommissarin für
Regionalpolitik, Danuta Hübner, wonach beispielsweise der Südwesten
Brandenburgs ab 2007 aus der Höchstförderung herausfallen werde. “Die
Wirtschaftskraft dieser und anderen Regionen ist aber nur statistisch
gestiegen, weil nun weitere unterentwickelte Gebiete in den
osteuropäischen Beitrittsstaaten in die Berechnung einbezogen werden.”
Während auch Halle und Leipzig vom “statistischen Effekt“ betroffen seien,
würden u. a. Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen durch ein erwartetes BIP
unter 75 Prozent des EU-Durchschnitts weiter in der höchsten
Förderkategorie liegen.
Der
Abgeordnete forderte die Bundesregierung und die Länder auf, den
Förderbedarf mit Nachdruck zu vertreten. Es gehe dabei aber keinesfalls
darum, schwache Regionen in alten und neuen EU-Mitgliedsstaaten
gegeneinander auszuspielen. “Die Kohäsion der Länder und Regionen ist
nicht nur eine moralische Verpflichtung, sie ist als eine zentrale
Zielbestimmung der Geimeinschaftspolitik 1986 in die Einheitliche
Europäischen Akte als Zielbestimmung aufgenommen worden”, betonte Brie. |