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Dr. André Brie am 19. Oktober 2005
Europaabgeordneter sieht bei
Privatisierung der Fährgesellschaft Jobs in Mecklenburg-Vorpommern in
Gefahr
Arbeitsplätze bei Scandlines
dauerhaft sichern
Der Schweriner Europaabgeordnete
André Brie hat die Bundesregierung gewarnt, in den Verhandlungen um den
Verkauf der Fährlinie Scandlines die Forderung nach Erhalt der
Arbeitsplätze aufzuweichen. “Erfahrungsgemäß werden diese Fragen in den
Hintergrund gerückt, wenn es um die Erzielung eines attraktiven
Verkaufspreises geht”, sagte der Linkspartei-Politiker am Mittwoch in
Brüssel. Bei der geplanten Privatisierung der Fährgesellschaft müssten
“klare, nicht auslegbare Regelungen” in der Vertrag aufgenommen werden,
die keine willkürliche Reduzierung des Beschäftigtenzahl zuließen. “Die
Erhaltung der Scandlines-Standorte in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht nur
aus wirtschaftlicher und strukturpolitischer, sondern vor allem aus
sozialer Sicht unabdingbar.”
Brie verwies in diesem
Zusammenhang erneut darauf, dass gerade im Bereich der Seeschifffahrt und
der Hafendienstleistungen Tarifbestimmung massiv verletzt oder umgangen
würden. Als Beispiel nannte er Protestaktionen in der vergangenen Woche im
Hamburger Hafen gegen eine Reederei, deren Seeleute die Ladung selbst
löschen sollten. “Dass das betroffene Schiff zum Unternehmen des
Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Reeder gehört, spricht Bände.”
Der Abgeordnete stellte generell
in Frage, ob ein hochprofitables Unternehmen wie die deutsch-dänische
Fährgesellschaft Scandlines verkauft werden müsse: “Die Privatisierung von
'Tafelsilber' bringt zwar eine kurze finanzielle Entlastung, die
langfristigen Folgen aber sind unkalkulierbar.”
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