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Dr. André Brie am 16.10.2005
Probleme im Irak bleiben
ungelöst
Der Europaabgeordnete André Brie (Linkspartei)
hat davor gewarnt, angesichts des weitgehend friedlich verlaufenen
Verfassungsreferendums die reale Situation in Irak zu verkennen. „Gewalt
ist weiter an der Tagesordnung, Frauen und Mädchen werden massiv
diskriminiert, der militante Islamismus gewinnt an Einfluss“, erklärte
Brie am Sonntag in Schwerin. „Mit der vorliegenden Verfassung wird keines
der drängendsten Probleme in Irak gelöst. Die Festlegungen zum
Föderalismus bergen zudem ein gefährliches Konfliktpotenzial, das bis zur
Spaltung des Landes führen könnte. Zumal alle konkreten, damit
zusammenhängenden Fragen nicht geklärt sind.“
„Unbestritten ist die Verfassung
ein Meilenstein“, so der Politiker weiter. „Sie muss jedoch vor allem dazu
dienen, die ausstehende Demokratisierung voranzubringen.“ Insbesondere
gehe es um die Beendigung des Besatzungsregimes, den Abzug der
ausländischen Truppen und den Aufbau eines multiethnischen, tatsächlich
demokratischen und funktionierenden Staatswesens.
Dass es bis dahin noch ein weiter
Weg ist, zeigten die Manipulationsversuche vor der Abstimmung. „Wenn
versucht wird, mit juristischen Tricks die Meinung einer ganzen
Bevölkerungsgruppe zu ignorieren, kann dies nur neue Gewalt sähen. Das von
den USA deklarierte angebliche Ziel, Irak zum demokratischsten Staat der
Region zu machen, wird damit ad absurdum geführt.“
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