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Dr.
André Brie am 23. September 2004:
Europaabgeordneter
verweist auf wirtschaftliche Probleme durch zögerliche Umsetzung von
EU-Recht. Rüganer Verkehrsunternehmen wandte sich an PDS-Parlamentarier
Bundesregierung verletzt Interessen von kleinen und mittleren Unternehmen
Die Bundesregierung
gefährdet nach Ansicht des Europaabgeordneten André Brie mit der
verspäteten Umsetzung von EU-Recht die wirtschaftliche Existenz kleiner
und mittlerer Unternehmen. So würden Verordnungen und Richtlinien oftmals
nicht nur unkritisch übernommen, vor allem verzögere die Bundesregierung
in unverantwortlicher Weise deren Umsetzung in innerstaatliches Recht. So
blieben durch den Zeitdruck für die Betroffenen kaum noch Chancen zum
Handeln, erklärte der PDS-Politiker am Donnerstag in Brüssel. „Bekanntlich
liegt Deutschland bei der Umsetzung von EU-Recht auf einem der letzten
Plätze. Wenn durch die Verschleppung auch noch die Existenz kleiner und
mittelständischer Firmen gefährdet wird, spricht das für die Ignoranz
Berlins gegenüber der Situation dieser Unternehmen gerade in
Ostdeutschland.“
Der Abgeordnete
verwies in dieser Zusammenhang auf die Überarbeitung der deutschen
Fahrerlaubnis-Verordnung im August, die erst vorgenommen wurde, nachdem
die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet hatte.
Darin ist u. a. festgelegt, dass auch Service- und Werkstattpersonal mit
Lkw-Führerschein nicht mehr wie bisher Busse ohne Passagiere führen darf.
„Dies ist für Verkehrsunternehmen und Werkstätten ein unhaltbarer Zustand,
der nicht nur zusätzliche Kosten verursacht, sondern auch Arbeitsplätze
gefährdet“, sagte Brie unter Hinweis auf entsprechende Informationen aus
Mecklenburg-Vorpommern. Er kündigte an, sich für eine schnelle Lösung
dieses Problems einzusetzen und gegebenenfalls alle parlamentarischen
Möglichkeiten auszuschöpfen. |