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André Brie: Deutsche Vermittlerrolle im
europäisch-russischen Konflikt möglich und notwendig
Europaabgeordneter hält Konfrontation mit Russland
für unverantwortlich
Der Europaabgeordnete André Brie (GUE/NGL) hält eine
Vermittlerrolle Deutschlands im gegenwärtigen europäisch-russischen
Konflikt für möglich. "Ich gehe davon aus, dass die Bundesrepublik trotz
der harten Worte von Frau Merkel und Herrn Steinmeier eher zu den Staaten
gehören wird, die bestrebt sind, den Gesprächsfaden zu Russland nicht
abreißen zu lassen", erklärte der Politiker am Vortag des EU-Sondergipfels
zum Kaukasus-Konflikt in Schwerin. Allerdings werde eine mögliche Rolle
als Moderator in den Beziehungen von Berlin derzeit nicht wahrgenommen.
Brie, der auch dem Lenkungsausschuss des
deutsch-russischem Gesprächsforums "Petersburger Dialog" angehört,
betonte, dass eine Konfrontation mit Russland unverantwortlich sei. "Das
hat allerdings weniger mit der Energiefrage zu tun, denn Russland ist ein
verlässlicher Partner und wird nicht mit gleicher Münze heimzahlen", so
der Abgeordnete. "Die Unverantwortlichkeit besteht einerseits darin, dass
die EU die US-Politik der Einkreisung Chinas und Russlands mitträgt und
versucht, insbesondere Russland zu schwächen und zu isolieren.
Andererseits wird die georgische Position einseitig unterstützt, obwohl in
diesem Fall Georgien eindeutig der Aggressor war."
Notwendig sei für die EU insbesondere, aus dem Kurs
der Unterstützung für Washingtons Kaukasus-Politik auszubrechen: "Diese
Politik der USA, die auf konfrontative und militärische Mittel setzt,
widerspricht zutiefst den Interessen der EU und ihrer Mitgliedstaaten."
31.08.2008 |