|
Zu der NATO-Anforderung nach deutschen Kampfverbänden
in Afghanistan erklärt der Europaabgeordnete André Brie (GUE/NGL):
"Gedient wird nicht der Bevölkerung - sondern
Washington"
Der Afghanistan-Berichterstatter des Europäischen
Parlaments André Brie hat erneut vor einer Beteiligung von
Bundeswehr-Einheiten an Kampfeinsätzen in dem Staat am Hindukusch gewarnt.
"Die jetzt eingegangene Anforderung der NATO nach deutschen Kampfverbänden
ist im Bundesverteidigungsministerium mehr herbeigesehnt als befürchtet
worden", erklärte der Abgeordnete der linken GUE/NGL-Fraktion am Dienstag
in Brüssel. "Das NATO-Ersuchen traf nahezu zeitgleich zum Treffen von
Bundesverteidigungsminister Jung mit dem afghanischen Präsidenten Karsai
ein, der den Einsatz deutscher Soldaten lobte - beim Aufbau der
Infrastruktur in Afghanistan."
Nach der Bereitstellung von
Tornado-Aufklärungsflugzeugen würde Deutschland mit der Bildung einer
Schnellen Eingreiftruppe bewusst oder unbewusst die Abgrenzungen der
Missionen in Afghanistan weiter aufweichen, so Brie weiter. "Der
Bevölkerung ist mit der Verstärkung der Kampfverbände nicht gedient - wohl
aber Washington, das mit seinen Enduring-Freedom-Operationen weiter auf
einen militärischen 'Sieg' in Afghanistan setzt."
29.01.2008 |