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MdEP André Brie,
Afghanistan-Berichterstatter des Europäischen Parlaments, zu ausstehenden
Hilfszahlungen:
Mangelnde Zahlungsmoral
Wahlkampfzeiten in
den USA sind schlechte Zeiten für die internationale Politik. Zwar betonen
alle Präsidentschaftsbewerber unisono, bei einem Einzug ins Weiße Haus das
"Engagement" in Afghanistan fortsetzen zu wollen. Dass es dabei kaum um
Hilfe zum Wiederaufbau geht, wurde am Dienstag in Kabul erneut deutlich:
Das Land am Hindukusch wartet nach Angaben von
Nichtregierungsorganisationen bisher vergeblich auf zugesagte Mittel in
Höhe von rund 10 Milliarden Dollar. Insbesondere die USA als größte
Spendernation hätten bislang nur rund die Hälfte der versprochenen 10,4
Milliarden Dollar gezahlt. Auch die EU hat noch nicht einmal zwei Drittel
der vereinbarten Summe gezahlt. Da der Staatshaushalt Afghanistans zu fast
90 Prozent auf Hilfsgeldern basiert, sind die Folgen abzusehen.
Am fehlenden Geld
wird die mangelnde Zahlungsmoral jedoch nicht liegen: Allein der
US-Militäreinsatz in Afghanistan verschlingt pro Tag bis zu 100 Millionen
Dollar. Das allerdings verschweigen Obama, Clinton und McCain in ihren
Wahlkampfreden.
Schwerin / Brüssel,
26.03.2008 |