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Zu den in der NATO diskutierten Vorschlägen für
nukleare Erstschläge erklärt der Europaabgeordnete André Brie (GUE/NGL):
Gefährlicher Kotau vor Washington
Im NATO-Hauptquartier scheint die Zeit stehen
geblieben zu sein. Nicht, weil sich dort jetzt frühere Militärchefs aus
fünf Mitgliedstaaten zum "brainstorming" trafen. Vielmehr, weil die Ideen,
die sie in einem "Manifest" unterbreiteten, eher aus der Vergangenheit
stammen: Mit nuklearen Erstschlägen, die einen klaren Verstoß gegen das
Völkerrecht darstellen, sollen sich die Mitgliedstaaten der Allianz gegen
die weltweiten Bedrohungen "schützen". Mit ins Boot soll dabei auch die
EU. Wie man mit atomaren Angriffen solche von den Ex-Militärs zurecht
angesprochenen Herausforderungen wie religiösen Fanatismus und
internationalen Terrorismus, Klimawandel und Verbreitung von
Massenvernichtungswaffen meistern will, bleibt das Geheimnis der
Herren-Runde.
Als Hirngespinnste ewig Gestriger lassen sich die
Planspiele allerdings nicht abtun. Auf dem Bukarester Gipfel des
Nordatlantikpaktes im April wird das Brüsseler Manifest als
Diskussionsgrundlage dienen. Die neue NATO, die damit forciert werden
soll, ist eher ein gefährlichen Rückgriff in die Mottenkiste des kalten
Kriegs und ein Kotau vor Washington.
25.01.2008 |