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Die afghanische Parlamentsabgeordnete Malalai Joya
muss ihre parlamentarischen Rechte unverzüglich zurück erhalten
Nach einem Treffen mit Malalai Joya, die von der
Mehrheit der Wolesi Jirga verfassungs- und rechtswidrig aus dem
afghanischen Parlament ausgeschlossen wurde, wiederhole ich die Forderung
an das afghanische Parlament, ihr unverzüglich ohne ohne Vorbdingungen die
Mitarbeit im Parlament wieder zu gestatten, ihre Rechte als abgeordnete
uneingeschränkt zu gewährleisten, und ihren Ausschluss als verfassungs-
und rechtswidrig zu bezeichnen.
Diese Forderung wurde durch andere Mitglieder des
Europäischen Parlaments und mich bereits während unseres kürzlichen
Besuches in Kabul gegenüber dem Sprecher der Wolesi Jirga und Präsident
Karsai erhoben, jedoch nicht befriedigend beantwortet. Frau Malalai Joya
hat sich mit ihrer konsequent demokratischen Haltung und ihrem Auftreten
gegen Kriegsverbrecher, sowohl aus dem Lager der Taliban als auch der
proamerikanischen Nordallianz einen Namen als wahrhaft unabhängige
Parlamentarierin gemacht und wurde daher von der linken Fraktion im
Europäischen Parlament für den Sacharow-Preis des EP nominiert.
Das Gespräch mit ihr bestätigte auch die vollständige
Übereinstimmung, dass eine grundlegend andere internationale Strategie für
den Wiederaufbau Afghanistans notwendig ist, die sich vom Primat
militärischer Politik verabschieden und den zivilgesellschaftlichen,
sozialen und wirtschaftlichen Aufbau in den Mittelpunkt stellen muss.
Schwerin / Brüssel,
20.05.2008 |