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SCHRIFTLICHE ANFRAGE
P-3372/08 von André Brie (GUE/NGL) an die Kommission
Teilnahme der
israelisch-arabischen Bevölkerung an jenen EU-Programmen, an welchen der
Staat Israel teilnimmt
Mit dieser parlamentarischen Anfrage beziehe ich mich
einerseits auf die verschiedenen (EU-finanzierten) Programme, an welchen
der Staat Israel teilnimmt, und andererseits auf die Teilnahme jenes Teils
der israelischen Bevölkerung, der arabischer Herkunft ist. Da Letzterer
immerhin ein Fünftel der israelischen Bevölkerung ausmacht, frage ich die
Kommission,
– ob sie Daten über die Teilnahme dieser beträchtlichen
Bevölkerungsgruppe an den verschiedenen EU-Programmen (einschließlich
Forschungsrahmenprogramm) hat und wenn ja, welche;
– ob sie dieser Problematik Bedeutung beimisst – und wenn ja, welche –
und wie sich dies konkret äußert;
– ob es gegebenenfalls konkrete Anstrengungen seitens der Kommission
gibt – und wenn ja, welche –, diese Bevölkerungsgruppe aktiv zur Teilnahme
an EU-finanzierten Programmen zu bewegen.
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P-3372/08DE Antwort von Frau Ferrero-Waldner im Namen
der Kommission (14.7.2008)
Isreal nimmt an den EU-Rahmenprogrammen für Forschung
und technologische Entwicklung (FTE) teil. Ende 2007 unterzeichnete Israel
zudem eine Vereinbarung über die Teilnahme am Rahmenprogramm für
Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Dieses Programm ist allerdings noch
nicht angelaufen.
Bei den FTE-Rahmenprogrammen, einschließlich RP7,
erfolgt die Projektauswahl ausschließlich auf der Grundlage der
wissenschaftlichen Kompetenz der Bewerber. Über den ethnischen Hintergrund
der Forscher, die an den Projekten teilnehmen, liegt keine Statistik vor.
Israel beteiligt sich an den Rahmenprogrammen seit
1996 und nimmt an rund 800 von der EG kofinanzierten Projekten teil. Die
israelische Kontaktstelle für RP7 - ISERD - führt umfassende
Informationsmaßnahmen durch, die die gesamte israelische
Forschungsgemeinschaft abdecken. Darüber hinaus stellt die Europäische
Kommission über die Website ihrer Delegation in Israel Informationen in
mehreren Sprachen, darunter Hebräisch und Arabisch, über Wissenschaft und
Technologie zur Verfügung.
Das spezifische FP7-Programm „Kapazitäten“ schließt
eine Maßnahme - „Forschungspotenzial in den Konvergenzregionen“ - ein, die
speziell für ärmere Regionen konzipiert ist. Über die Möglichkeit, auch
Organisationen aus Regionen Israels die Teilnahme an dieser Maßnahme zu
gestatten, wird derzeit diskutiert. Die Regionen, die am ehesten für die
Teilnahme in Betracht kämen, wären Galiläa und der Negev, beides Regionen
mit einem hohen arabischen Bevölkerungsanteil. |