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MdEP André Brie (GUE/NGL) zum energiepolitischen Strategiepapier der
EU-Kommission:
Klimaschutz? Fehlanzeige!
Einmal mehr erweist sich die Klima- und Energiepolitik der EU als
Täuschungsmanöver. Der am heutigen Donnerstag vorgelegte zweite
Strategieplan der Europäischen Kommission zur Energiepolitik nimmt wenig
heimlich Abschied von den ohnehin unzureichenden Zielen beim
Klimaschutz. Nicht zum ersten Mal folgen auf großspurige Ankündigungen
höchstens halbherzige Schritte zu deren Umsetzung:
Das Versprechen: Im Frühjahr 2007 kündigte Bundeskanzlerin Merkel als
amtierende EU-Ratsvorsitzende an, Europa werde beim Klimaschutz Vorbild
für die ganze Welt sein.
Die Realität: In Brüssel warnt EU-Industriekommissar Verheugen vor
"Hysterie" beim Klimaschutz. Gemeinsam mit Merkel werden Maßnahmen
verhindert, die die Autoindustrie zu Entwicklung und Herstellung
umweltfreundlicherer Fahrzeuge zwingen sollten.
Das Versprechen: Die EU will die USA beim Klimaschutz "mit ins Boot"
holen und nicht von der Verpflichtung zur Verminderung der Emission von
Treibhausgasen entbinden.
Die Realität: Auf dem EU-USA-Gipfel in diesem Frühjahr gibt es kein
kritisches Wort zu Washingtons Klimapolitik. Beide Seiten wollen "die
Suche nach einem globalen Abkommen zum Klimawandel fortsetzen".
Das Versprechen: Mit dem Emissionshandel, bei dem Unternehmen
verpflichtet werden, für die Luftverschmutzung zu bezahlen, soll in der
EU die umweltfreundliche Energieerzeugung gefördert werden.
Die Realität: Von den zahlreichen Ausnahmeregelungen profitieren vor
allem die größten Verschmutzer. Schon heute fordert die Unionsfraktion
im Bundestag, dass in der in vier Jahren beginnenden nächsten
Handelshase mit Emissionsrechten nicht nur die Energiewirtschaft,
sondern das gesamte produzierende Gewerbe kostenlose
Verschmutzungsrechte erhalten soll.
Das Versprechen: Der europäische Energieverbrauch soll laut EU-Beschluss
vom März 2007 um 20 Prozent unter den für das Jahr 2020 vorausgesagten
Umfang
sinken.
Die Realität: Experten berechneten nun, dass mit dem neuen Brüsseler
Strategiepapier der Verbrauch höchstens um 12 bis 15 Prozent sinken
wird. Die Umweltprobleme und Gefahren der Kohle- und Atomwirtschaft
werden schön gerechnet.
Die Klima- und Energiepolitik bleibt für die EU offensichtlich ein Thema
für Schönwetterreden. Tatsächlich zu ändern ist damit allerdings nichts.
13.11.2008
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