ANDRÉ BRIE    
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MdEP André Brie, Afghanistan-Berichterstatter des Europäischen Parlaments, erklärt zu zivilen Opfern der ISAF-Mission: 

"Was auch immer der Grund war..."

 

Es ist selten geworden, dass über zivile Opfer des "Krieges gegen den Terrorismus" in Afghanistan berichtet wird. Noch seltener ist, dass sich ISAF, NATO oder US-Kommandeure für die "Kollateralschäden" entschuldigen. Beides ist am Mittwoch geschehen. Der Tod von Frauen und Kindern bei einer Militäraktion am Vortag sei zu bedauern, erklärte ISAF-Sprecher General Carlos Branco, "was auch immer der Grund dafür war". 

Bedauern aber hilft den täglich von Gewalt und Angriffen, von Hunger und Unterentwicklung betroffenen Menschen in Afghanistan nicht. Nach gerade veröffentlichten UN-Zahlen war das Jahr 2007 mit 8.000 Toten das bisher blutigste in dem Staat am Hindukusch. Notwendig ist dagegen, die gesamte Strategie für den  immer wieder angekündigten, aber nie ernsthaft in Angriff genommenen Wiederaufbau und die Demokratisierung des Landes auf den Prüfstand zu stellen. Mit andauernder Besetzung und mehr ausländischen Truppen sind diese Ziele nicht zu erreichen. Das weiß man offensichtlich auch in Washington. Der erst seit einem Jahr amtierende Oberkommandierende der amerikanischen Truppen für den Nahen Osten und  Zentralasien, Admiral William Fallon, hat jetzt seinen Rücktritt erklärt. Was auch immer der Grund dafür war...

Schwerin / Brüssel, 12.03.2008

 
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