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Zur Gemeinsamen
Entschließung des Europäischen Parlaments über die Produktsicherheit im
Allgemeinen und jene von Spielzeug im Besonderen erklärt der Koordinator
der Linksfraktion (GUE/NGL), Dr. André Brie, im Ausschuss für Binnenmarkt
und Verbraucherschutz:
Marktüberwachung
stärken und Produktsicherheit erhöhen!
"Warum braucht es
erst millionenfache Rückrufe von in China hergestellten Artikeln,
insbesondere von Kinderspielzeug, um die EU-Kommission eine weiteres Mal
an die seit 2002 versprochenen Überarbeitung der Spielzeugrichtlinie zu
erinnern? Der in den letzten Wochen an den Tag gelegte Aktionismus der
EU-Kommission kann nicht über gravierende Versäumnisse im Bereich der
Produktsicherheit und -kontrolle bei den importierten Spielsachen
hinwegtäuschen, und es war höchste Zeit, dass sich das Europäische
Parlament vernehmbar in die Debatte um eine stärkere und effizientere
Marktüberwachung einschaltet!"
"Die freiwillige
Rückrufaktion von Mattel hat einmal mehr die Unzulänglichkeit der
gegenwärtig existierenden Gesetzgebung im Bereich der Produktsicherheit
demonstriert, genau so wie die ihrer Um- und Durchsetzung. Die
Spielzeugrichtlinie bedarf einer dringenden Überarbeitung, um in Zukunft
ein hohes Maß an Sicherheit für die Kinder sicherzustellen sowie das
Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in europäische
Sicherheitsstandards zu stärken."
„Die Linke im
Europäischen Parlament unterstützt vorbehaltlos die in der Entschließung
geforderte Stärkung der Marktüberwachung, des gemeinsamen RAPEX-Systems,
der Zusammenarbeit zwischen den Marktüberwachungsbehörden der
Mitgliedstaaten sowie mit den entsprechenden Behörden in Drittstaaten.
Nicht zuletzt stehen auch die Mitgliedstaaten in der Pflicht, denn in den
letzten Jahren war zu beobachten, dass bei den für Marktaufsicht bzw.
-überwachung zuständigen Behörden kontinuierlich Personal abgebaut wurde,
was unter anderem dazu führte, dass es seit längerem statt einer
vorbeugenden eine eher reaktive Marktaufsicht gab bzw. gibt. Darüber
hinaus fordert die Linke im Europäischen Parlament, die
Formulierung der europäischen Standards nicht
allein der Industrie zu überlassen, denn diese ist nach wie vor in den
europäischen Standardisierungsorganisationen (wie CEN, CENELEC und ETSI)
überproportional vertreten und hat daher den entscheidenden Einfluss auf
die Festlegung der Standards. Eine weitere Forderung besteht in der
Einführung eines Komitologieverfahrens (bestimmtes
Ausschußverfahren zur Durchführung von EU-Vorschriften),
um mit diesem die Annahme spezifischer Durchführungsmaßnahmen für die
Kernelemente zu erleichtern und eine schnelle und unkomplizierte Anpassung
an neue Risiken bzw. Gefahren zu ermöglichen."
„Die Linke im
Europäischen Parlament wird gemeinsam mit Verbraucherschutzverbänden und
anderen den Druck auf Parlament, Kommission und die Regierungen der
Mitgliedstaaten verstärken, damit die Marktüberwachung im Sinne des
Verbraucherschutzes gestärkt und auch die öffentliche Diskussion um eine
Stärkung von Verbraucherrechten intensiviert wird“, so Brie abschließend.
Brüssel/Straßburg, 26. September 2007
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