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Europaabgeordneter fordert Überwindung
rückwärtsgewandter Positionen und Entwicklung gleichberechtigter
Partnerschaft. Politische Fragen und kritisch-konstruktiver Dialog als
Elemente der Beziehungen betont.
EU bleibt klare Strategie gegenüber Russland
schuldig
Nach Einschätzung des Europaabgeordneten André Brie
verfolgt die EU in den Beziehungen zu Russland nach wie vor keine klare
Strategie. „Trotz der Ankündigung, das Verhältnis zu Moskau zu einem
Schwerpunkt der deutschen Ratspräsidentschaft zu machen, ist die Bilanz
der Bundesregierung in dieser Hinsicht enttäuschend“, erklärte der
Linkspartei-Politiker am Donnerstag. Unmittelbar vor dem
EU-Russland-Gipfel verwies der Abgeordnete darauf, dass es in der
Europäischen Union sehr verschiedene Ansichten zum Ausbau der Kontakte zu
Moskau gebe und insbesondere nach der EU-Osterweiterung in einigen
Mitgliedsländern antirussische Vorbehalte existierten. „Die
Ratspräsidentschaft hat jedoch nichts unternommen, um eine einheitliche
Linie zu entwickeln und irrationale, rückwärtsgewandte Positionen zu
überwinden.“ Als kontraproduktiv bezeichnete der Politiker die faktische
Zustimmung zu dem US-Raketenschild in osteuropäischen EU-Ländern und die
einseitigen Schuldzuweisungen im russisch-estnischen Konflikt um die
Verlegung eines sowjetischen Weltkriegsdenkmals.
Brie betonte die Notwendigkeit, unverzüglich mit der
Ausarbeitung eines neuen Partnerschafts- und Kooperationsabkommens zu
beginnen. „Dabei darf es nicht allein um die ohnehin gut funktionierende
ökonomische Zusammenarbeit gehen“, so der Europaparlamentarier, der auch
dem Lenkungsausschuss des „Petersburger Dialogs“ angehört. „Entscheidend
ist der Wille zu einer strategischen Partnerschaft auf der Basis
tatsächlicher Gleichberechtigung, die politische und sicherheitspolitische
Fragen ebenso einschließt wie den kritisch-konstruktiven Meinungsaustausch
über die Entwicklung in der EU und in Russland.“
17.05.2007 |