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Presseerklärung der Europaabgeordneten André Brie,
Sylvia-Yvonne Kaufmann, Helmuth Markov, Feleknas Uca und Gabi Zimmer,
Delegation DIE LINKE. im Europaparlament:
Zur heutigen Proklamation der Grundrechtecharta
Heute fand im Europaparlament die feierliche
Proklamation der Grundrechtecharta der Europäischen Union statt. Dies war
ein Bekenntnis zur Unteilbarkeit der Menschenrechte, für die Geltung von
individuellen Freiheits- und sozialen Grundrechten innerhalb der
Europäischen Union und damit ein Ereignis, auf das viele Menschen seit
langem gewartet haben.
Ungeachtet mancher Kritiken an der konkreten
Formulierung einzelner Artikel der Charta und der eingeschränkten
Einklagbarkeit der Charta in zwei Mitgliedstaaten der EU, ist die
Proklamation der Charta ein wichtiger Schritt auf dem Weg für die
Durchsetzung individuell einklagbarer Menschenrechte für alle in der EU
lebenden Menschen.
Die Forderung nach Referenden bezüglich des
Lissaboner Reformvertrags ist berechtigt und wird von uns geteilt.
Allerdings distanzieren wir uns dagegen entschieden von der Polemik und
den Pöbeleien, die von Abgeordneten nationalistischer und auch
rechtsextremer Parteien heute im Plenum des Europäischen Parlaments zur
Schau gestellt wurden. Hinter deren Kopie der Forderung nach einem
demokratischen Votum, nach Durchführung von Referenden in den
EU-Mitgliedsstaaten vor allem zum Reformvertrag steckt nichts anderes als
die Ablehnung der Europäischen Union insgesamt, der Grundrechtecharta im
besonderen und die grobe Missachtung demokratischer Mehrheiten.
Gerade weil es uns um die Durchsetzung auch
individuell einklagbarer Menschenrechte geht, lehnen wir jede gemeinsame
Aktion mit nationalistischen und extrem rechten Kräften ab.
12.12.2007 |