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Zu den Irak-Plänen George Bushs erklärt
André Brie, Europaabgeordneter der Linkspartei:
Vergorener Wein in
verschlissenen Schläuchen
Die
angeblich „neuen“
Überlegungen
Bushs zur Irak-Strategie der USA können
nur als unverantwortlich und absurd bezeichnet werden. Die Vorstellungen
des US-Präsidenten
missachten vollständig
die Realitäten
im Irak, die Erfordernisse einer tatsächlichen
Befriedungspolitik und die Möglichkeiten
einer Veränderung.
Heuchlerisch ist die
Schlussfolgerung, die irakische Regierung müsse
stärker
gegen die Milizen vorgehen. Diese sind faktisch von der Regierung in
Bagdad und letztlich auch mit Zustimmung Washingtons gebildet worden.
Illusorisch ist damit auch
die Annahme, eine Regierung, die zu großen
Teilen selbst eine Milizen-Regierung ist, würde
sich ernsthaft um die Menschen im Irak, deren dramatische
Lebensbedingungen und Probleme kümmern.
Verlogen ist das
„Eingeständnis“
Bushs, es habe einzelne Fehler gegeben. Der gesamte Krieg, die gesamte
Besatzung, die gesamte, einzig auf militärischen
„Sieg“
ausgerichtete Strategie ist ein Fehler.
Ignorant ist Bushs
Ansicht, die US-Regierung müsse
im Irak handeln, wenn sie nicht die Zustimmung der amerikanischen Bevölkerung
verlieren wolle. Deren Bereitschaft, den Kriegskurs mitzutragen, ist aber
schon längst
nicht mehr vorhanden. Der Ausgang der jüngsten
Kongresswahlen ist nur ein Indiz dafür.
Gerade für die EU, die
vier Jahre lang zu keiner eigenen aktiven, autonomen Politik im Irak in
der Lage war, ist es angesichts des Realitätsverlustes George Bushs
höchste Zeit, zu handeln. Und zwar im Interesse der Menschen, und nicht
als Vasall an der Seite der USA.
Schwerin, 11.01.2007 |