|
Afghanistan-Berichterstatter des Europaparlaments
drängt auf klare Abgrenzung der EU-Polizeimission von militärischen
Einsätzen am Hindukusch
EUPOL nicht zur Hilfstruppe für Militäreinsatz
machen
Wenige Tage vor Beginn der EU-Polizeimission in
Afghanistan hat der Europaabgeordnete André Brie auf eine scharfe
Abgrenzung des Einsatzes von Militäroperationen gedrängt. „Natürlich ist
die Zusammenarbeit insbesondere mit ISAF schon aus Sicherheitsgründen
nötig“, erklärte Brie, der zugleich Afghanistan-Berichterstatter des
Europaparlaments ist, am Donnerstag in Brüssel. Keinesfalls aber darf
EUPOL Afghanistan in militärische Aktionen eingebunden oder zu einer
Hilfstruppe für die ausländischen Einheiten umfunktioniert werden.
Brie verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass den
nichtmilitärischen Instrumenten zur Entspannung des Konflikts in
Afghanistan, zum Wiederaufbau und zur Demokratisierung nach wie vor zu
wenig Bedeutung beigemessen wird. "Die internationale Gemeinschaft hat
gerade in dieser Hinsicht unverantwortlich viel Zeit verloren." Dies zeige
sich auch an der vergleichsweise geringen personellen und finanziellen
Ausstattung von EUPOL Afghanistan. So umfasse das geplante
Polizeikontingent der EU im Kososo mit 1.600 Mann zehn Mal soviel
Einsätzkräfte wie jenes in Afghanistan. Es geht nicht darum, Konfliktherde
gegeneinander aufzurechnen, betonte der Linkspartei-Abgeordnete. „Aber die
Notwendigkeit, zivile und rechtstaatliche Strukturen in Afghanistan zu
schaffen und zu stärken, muss auch in der EU stärker zur Kenntnis genommen
werden.“
14. Juni 2007 |