Strasbourg, 4. April
2006
André Brie: Noch immer sterben an EU-Grenze Menschen durch
Landminen
Anlässlich des ersten internationalen
Tags gegen Minen hat der Europaabgeordnete André Brie (Linkspartei) die
EU-Staaten zum konsequenten Kampf und zu realen Schritten gegen diese
Waffen aufgerufen. "Zwar hat sich die Europäische Union mehrfach und
nachdrücklich gegen Minen ausgesprochen und Gelder zur Minenräumung
bereitgestellt, das Europaparlament hat in einer Resolution die
Beseitigung aller Anti-Personen-Minen gefordert", erklärte Brie am
Dienstag in Straßburg. "Angesichts dieser Initiativen ist es umso
erschreckender, dass in Europa noch immer Menschen durch Minen sterben."
Der Abgeordnete verwies in diesem Zusammenhang auf Informationen des
Athener Rundfunks, wonach im vergangenen Dezember erneut zwei illegale
Einwanderer in einem griechischen Minenfeld im Grenzgebiet zur Türkei
ums Leben gekommen sind. In den vergangenen 15 Jahren seien an der
griechisch-türkischen Grenze fast einhundert Menschen getötet worden.
Brie hatte wiederholt die sofortige
Beseitigung der Anti-Personen-Minen im griechisch-türkischen Grenzgebiet
gefordert. Dies sei nach der Ratifizierung des Ottawa-Abkommen zum
Verbot von Landminen durch Athen und Ankara eine folgerichtige und
überfällige Maßnahme. "Die Todeszone zwischen dem EU-Mitglied
Griechenland und dem Bewerberstaat Türkei ist nicht nur anachronistisch
und unmenschlich, sie ist auch eine Verletzung bestehender Beschlüsse
und Abkommen."