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27.06.2006: Zu dem Bericht des Graduate
Institute of International Studies, wonach Deutschland beim Handel mit
Kleinwaffen eine Spitzenposition einnimmt, erklärt André Brie,
außenpolitischer Sprecher der Fraktion der
Vereinten Europäischen Linken im Europäischen Parlament:
Händler des Todes
"Deutschland ist auf dem Weg zum
Weltmeister. Aber leider noch nicht beim Fußball. Vielmehr gehört die
Bundesrepublik nach Russland, den USA und Italien zu den Hauptexporteuren
von Pistolen und Gewehren. Gerade mit diesen 'kleineren Waffen' lassen
sich blutige Geschäfte machen - zum größten Teil ganz legal.
Was dabei verschwiegen wird: Die meisten
gewaltsamen Konflikte auf der Welt werden mit Kleinwaffen ausgetragen.
Diese sind aktuell die eigentlichen Massenvernichtungswaffen.
Kindersoldaten in Afrika oder Asien tragen Karabiner, Revolver und
Maschinenpistolen. Fast eine halbe Million Menschen stirbt jedes Jahr
durch den Einsatz solcher Waffen. Händler des Todes wie Deutschland sorgen
für immer reichlich Nachschub.
Wenn das von der SPD bekundete Interesse
an einer Kontrolle und der Verringerung des Handels mit Kleinwaffen ernst
gemeint ist, darf mit entsprechenden Vorschlägen nicht bis zur Übernahme
der EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr gewartet werden. Der
Zeitpunkt dafür ist jetzt, auf der UN-Kleinwaffen-Konferenz in New York!" |