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Europaabgeordneter kritisiert Vorgehen
von EU-Kommission und Ministerrat bei Passagierdatentransfer
Massive Verletzung demokratischer Regeln
und Rechte
Als eine massive Verletzung
demokratischer Regeln und der Rechte des Europäischen Parlaments hat André
Brie (MdEP Linkspartei) die Ankündigung der EU-Kommission bewertet, die
Übermittlung europäischer Fluggastdaten an die USA ohne Unterbrechung,
ohne Veränderung und ohne die weitere Einbeziehung des Europaparlaments
fortzusetzen. "Damit wird das zweimalige Votum der Europaabgeordneten
gegen den Datentransfer nochmals ignoriert", erklärte Brie am Dienstag in
Brüssel. "Angesichts der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom
Ende Mai, wonach die Rechtsgrundlagen für die Datenübermittlung fehlen und
das entsprechende Abkommen gekündigt werden soll, muss sich die Kommission
auch nach ihrem Rechtsverständnis fragen lassen." Die Brüsseler Behörde
hatte den 25 EU-Staaten eine neue Rechtsgrundlage für das Abkommen mit den
USA vorgeschlagen und will einen neuen Vertrag noch vor der notwendigen
Zustimmung der nationalen Parlamente umsetzen.
"Kommission und Ministerrat demonstrieren
einmal mehr ihre sehr speziellen Vorstellungen von demokratischer
Mitsprache und dem in der EU verbrieften Recht auf Schutz persönlicher
Daten", so der Abgeordnete weiter. "Es dürfte kaum zu bezweifeln sein,
dass ein solchen Vorgehen bei vielen Bürgern die Europa-Skepsis noch
weiter verstärken wird."
20.06.2006 |