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Europäer müssen bei
Klimaschutz vor eigener Haustür kehren
Unmittelbar vor Beginn der entscheidenden Runde der
Weltklimakonferenz in Nairobi hat der Europaabgeordnete André Brie
(Linkspartei) die EU aufgerufen, den Kampf gegen Treibhausgas-Emissionen
nicht auf Sonntagsreden zu beschränken. "So richtig und wichtig es ist,
die Versäumnisse insbesondere der USA anzusprechen, müssen die Europäer
auch vor der eigenen Haustür kehren", betonte der Politiker am Dienstag in
Schwerin. "Im Kyoto-Protokoll, das vor fast zwei Jahren in Kraft trat, hat
sich die EU-15 verpflichtet, den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis 2012 im
Vergleich zu 1990 um rund acht Prozent zu senken", erklärte Brie. "Selbst
nach den optimistischen Prognosen der EU-Kommission werden die Emissionen
bis 2010 aber nur um gerade einmal 0,6 Prozent sinken." Das liege
wesentlich daran, dass in der EU zu wenig für die Erhöhung der
Energieeffizienz getan werde und der in die Natur eingepasste Ausbau
erneuerbarer Energien ein Stiefkind bleibe. Zudem müsse nach Ansicht des
Politikers auch der Verkehrssektor in die Energiepolitik einbezogen und
die anachronistische Subventionierung fossiler Energieträger beendet
werden.
Der Abgeordnete forderte in diesem Zusammenhang, den
Handel mit Emissionszertifikaten zu einem tatsächlichen Instrument der
Luftreinhaltung zu machen. "Solange die Industrie großzügig und
unentgeltlich 'Verschmutzungsrechte' erhält, werden Entwicklung und
Einsatz umweltfreundlicher Technologien eher verzögert als forciert. Der
Umsetzung der Kyoto-Ziele wird damit ein Bärendienst erwiesen."
Brüssel/Schwerin, 14.
November 2006 |
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