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Bushs Leseschwäche
Zur Erklärung des US-Präsidenten nach dem Treffen mit
seinem afghanischen Amtskollegen erklärt der Afghanistan-Berichterstatter
des Europäischen Parlaments André Brie (Linkspartei):
Die beharrliche Ignoranz des US-Präsidenten gegenüber
den Realitäten ist beeindruckend: Nicht Krieg und Besatzungsregime in Irak
und Afghanistan rufen Wut und Frustration hervor, sondern der Terror sei
eine Art Hobby der Dschihadisten geworden. Nicht fortdauernde
Unterentwicklung und ausbleibender Wiederaufbau speisen die Gewalt,
sondern ein Generationswechsel an der Spitze terroristischer Gruppen.
Nicht Abu Ghraib, Guantanamo, die Geheimgefängnisse in Bagram und an
anderen Orten sowie andere Menschenrechtsverletzungen der USA schüren den
Hass in der muslimischen Welt auf die USA, sondern antiamerikanisch
eingestellte Regierungen.
Die Antwort auf die Frage nach den Ursachen des
Terrors haben die US-Geheimdienste in ihrer kurz vor dem Auftritt Bushs
freigegebenen Analyse geliefert: Korruption und Ungerechtigkeit sowie die
politische und ökonomische Rückständigkeit in vielen islamischen Ländern,
die Angst vor einer Dominanz des Westens und das Gefühl der Demütigung und
Machtlosigkeit gegenüber der westlichen Führungsmacht sind Hauptgründe für
den sich ausbreitenden Terrorismus. George Bush hätte nur richtig lesen
müssen.
27.09.2006 |