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24.07.2006
Europaabgeordnete besorgt über Schicksal
politisch Verfolgter in Indien
Der Europaabgeordnete André Brie
(Linkspartei) hat in einer Schriftlichen Erklärung auf das Schicksal
politischer und Menschenrechtsaktivisten in Indien aufmerksam gemacht.
Gemeinsam mit den beiden britischen Abgeordneten der Grünen Caroline Lucas
und Jean Lambert verwies er auf den Fall von Devinderpal Singh Bhullar,
der seit elf Jahren in Indien eingekerkert ist. Devinderpal Singh Bhullar
war am 17. Januar 1995 aus Deutschland im Zuge einer Aktion abgeschoben
worden, die das Verwaltungsgericht Frankfurt für rechtswidrig erklärt hat.
In indischer Haft wurde der politische Aktivist gefoltert; ein Gericht
verurteilte ihn in einem umstrittenen Verfahren zum Tode. Die Abgeordneten
zeigten sich besorgt über Berichte von Amnesty international und anderen
Menschenrechtsgruppen, wonach Devinderpal Singh Bhullar unmenschlichen
Haftbedingungen ausgesetzt ist.
In ihrer Erklärung fordern die
Parlamentarier die EU-Kommission und die deutsche Regierung auf, sich für
die unverzügliche Aufhebung der gegen Devinderpal verhängten Todesstrafe
einzusetzen und eine vollständige Überprüfung seines Falles auf der
Grundlage des Völkerrechts und unter Aufsicht von UNO-Beobachtern zu
verlangen. Daneben sollten Kommission und Rat Initiativen ergreifen, um
Indien zur Einstellung seiner Strafmaßnahmen gegen politische und
Menschenrechtsaktivisten in Pandschab, Kaschmir, Nagaland und anderen von
heftigen politischen Unruhen betroffenen Gebieten zu bewegen.
Schriftliche Erklärungen können von bis
zu fünf Abgeordneten zu einer Angelegenheit, die den Tätigkeitsbereich der
EU betrifft, eingereicht werden. Diese Erklärungen, die in alle
Amtssprachen übersetzt und verteilt werden, können durch weitere
Mitglieder des Europaparlaments unterzeichnet werden.
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