ANDRÉ BRIE    
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Europaabgeordneter übte nach Rückkehr aus Autonomiegebieten scharfe Kritik an Aussetzung der EU-Finanzhilfe

Palästina droht soziale und wirtschaftliche Katastrophe

 

Nach seiner Rückkehr aus des palästinensischen Gebieten hat der Europaabgeordnete André Brie (Linkspartei) vor einer sich abzeichnenden sozialen und wirtschaftlichen Katastrophe und einem politischen Chaos gewarnt. "Diese Entwicklung ist nicht zuletzt die direkte Folge der Politik des Westens gegenüber den Palästinensern und ihrer gewählten Führung", erklärte Brie am Mittwoch in Berlin. Gemeinsam mit fünf weiteren Vertretern aus insgesamt vier Fraktionen des Europaparlaments hatte sich der Abgeordnete in den vergangenen Tagen über die Situation in Palästina informiert und am Start einer israelisch-palästinensischen Friedensinitiative teilgenommen. Daneben waren die Parlamentarier mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, mit dem Sprecher und zahlreichen anderen Abgeordneten des palästinensischen Parlaments sowie mit Mitgliedern der Knesset zusammengetroffen. 

In scharfer Form verurteilte Brie die Aussetzung der EU-Finanzhilfe für die Autonomiegebiete. "Das ist eine kollektive Bestrafung der Palästinensern. Sie ist erstens inhuman, weil sie unterschiedslos alle Menschen in den Autonomiegebieten, die ohnehin schon entsetzliche Not leiden, trifft. Sie ist zweitens kontraproduktiv, weil sich mit den Sanktionen nichts an der Position extremistischer Kräfte ändern wird. Drittens spielt sie diesen Kräften in die Hände und delegitimiert die auch nach Ansicht internationaler Beobachter demokratisch und fair verlaufenen Wahlen in den palästinensischen Gebieten." Die Hamas forderte der Politiker zu grundlegenden Änderungen ihrer politischen Einstellung auf. So müssten insbesondere das Existenzrecht Israels und die Roadmap anerkannt sowie terroristische Gewalt eindeutig und dauerhaft abgelehnt werden. 

"Die derzeitige EU-Politik gegenüber Palästina wird offenbar von Personen gemacht, die die Lage vor Ort, die realen Probleme und das Leid der Menschen nicht konkret kennen", betonte Brie. Die Europäische Kommission rief er auf, die gleichen Maßstäbe, die an die palästinensische Führung angelegt werden, auch gegenüber Israel anzuwenden. "Das heißt insbesondere, dass die Berufung des Rassisten Avigdor Lieberman, der Israel 'ethnisch säubern' will, zum Polizeiminister eine deutliche Reaktion aus Brüssel zur Folge haben muss."

 
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